Mittwoch, 29. Mai 2013




Hier ein paar Videos, zu Beginn der Katastrophe.

Some videos from the beginning of the catastrophe.
 
 Der Abzugskanal wird ausgepült!

The culvert is going out!



 
Das Wasser frisst nun immer mehr Straße weg.

The water eats up the road.


Wasser fließt unter den Häusern während die Menschen versuchen, auf höher gelegenes Gelände zu bringen, letztendlich zwecklos.

Water runs under the houses while people try to save stuff to higher ground. It wasn't helping at the very end.


Militärhubschrauber verlässt Galena.

Blackhawk leaving Galena.



Evakuierungsbootsfahrt zum Flughafen auf der Hauptstraße.

Evacuation boat trip on the way to the airport, main road.

Dienstag, 28. Mai 2013

Flut Update



Mittlerweile wurden alle Senioren, Mütter und Kinder evakuiert und nach Fairbanks geflogen.
Die Bilder stammen von einem Freund, der bei der Evakuierung mitgeholfen hat.
Das Eis am unteren Bildrand ist deutlich zu erkennen.

Elders, mother and kids are already evacuated to Fairbanks and the neighbor village. The pics are from a pilot friend who helped with it. The white-greyish stuff below at the picture is the Yukon with the floating ice.



Montag, 27. Mai 2013

Flut in Galena! - Flood in Galena

Das Eis des Yukon ist dieses Jahr erst am 26. Mai aufgebrochen. Fast ein neuer Rekord. So spät war es letztens 1952! Gestern ist das Wasser über die Ufer getreten und hat angefangen, das Dorf zu übfluten. Mittlerweile wurde angefangen, das Dorf zu evakuieren. Nachdem das Wasser wieder gesunken war, stieg der Pegel erneut an.
Bitte betet doch für einen bewahrten Ablauf.

The ice of the Yukon broke up May 26th this year, almost a new record. Just 1952 it was that late! Yesterday the Yukon started to flood the village. In the meantime, they started to evacuate Galena.
The water went down, but went up again. Please pray for a safety. 

Hier der Grund der Flut. Flussabwärts bleibt das Eis in einem Knick hängen. Dadurch wird das Wasser flussaufwärts aufgestaut.



Hier das, Haus in dem wir die letzten zweieinhalb Jahre gelebt haben. Hier ging das Wasser nur bis zum Gartenzaun. Mittlerweile ist es weiter gestiegen.

The house we lived in the last 2 1/2 years. At that point the water just went to the garden. In the meantime the water went up again.

Luftaufnahme von Galena. In den weißen Tanks wird Treibstoff gelagert. Im Hintergrund die Landebahn des Flughafens. Unser Haus steht direkt neben dem gelben Haus auf der rechten Seite. Es ist auf dem Bild nicht zu sehen. Im Vordergrund die Eismassen des Yukon.

Perspective from the air. You can see the white fuel tanks of Galena. In the backround the airport. The house we lived in is right next to the yellow house, you can't see it at the picture.

Unabhängig von der Flut haben wir bereits vor zwei Wochen unsere Habseligkeiten zusammen gepackt und sind innerhalb von Galena umgezogen. Unsere Sachen sind in der Kirche gelagert.
Die unzähligen Festmeter Holz vor dem Haus haben wir auch zum neuen Miethaus gebracht. Dort planen wir Ende August einzuziehen. Augenblicklich steht das Wasser auch hier bis knapp zu den Stelzen, auf denen das Haus steht. Diese sind ca. 2 m hoch um das Haus vor dem Wasser zu schützen. Gut möglich, dass unser Feuerholz für den nächsten Winter davon schwimmt...

Independet from the flood we already started two weeks ago to pack the house. We moved within Galena. Our belongings are stored at the church. Countless amounts of wood got moved as well. We planned to move in there end of August. Right now the water stays already under the house. The house is on pilings, 8 ft. high. We might loose some firewood what we would need for the next winter.

Am 25. Mai Ortszeit (Galena) haben wir uns auf den Weg nach Deutschland gemacht zum Heimataufenthalt. Mit gefalteten Händen sitzen wir nun in Dorsten bei Silkes Eltern. Über Facebook-Freunde bekommen wir die meisten Informationen über die Lage.

Already May 25th (AK time) we flew out to Germany for our home service. With prayers we're sitting here in Germany, we're with Silkes parents. Most information we got from our friends via facebook.

Es gibt keinen Strom mehr, ob er abgeschaltet wurde oder durch das Wasser unterbrochen wurde ist unklar. Die Vorräte in den Kühltruhen können wir wohl abschreiben.

No electricity anymore, not sure if the shut it down or if it got shut down by the water. Our food stock in our freezers looks like lost.
 
Die schon lang befürchtete Flut ist also eingetreten. Jedes Jahr muss damit gerechnet werden, nun ist es soweit. Sicherlich könnt ihr euch unsere Hilflosigkeit vorstellen.
Für unseren Vater im Himmel ist das alles keine Überraschung. Wir vertrauen weiterhin auf ihn.
Ich stimme ganz mit Hiob überein, der vor einiger Zeit sagte: "Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen, gepriesen sei der Herr!"

The freighting flood is here. Every year you have to count for it. You can imagine our helpless situation. For our Lord it is not a surprise. We still thrust in him. We agree with Job, who said recently: "The Lord gave and the Lord has taken away. Blessed be the name of the Lord."

Vielen Dank euch, wenn ihr uns im Gebet unterstützt.

Thank you so much for your prayer support.



Mittwoch, 13. März 2013

Iditarod 2013

Während die Papstwahl einen Großteil der Medien beherrscht, schaut Alaska heute nach Nome. Wer wird die nächsten 24 Stunden das Iditarod Hundeschlittenrennen 2013 gewinnen? Es werden zwei verschiedene Routen gefahren. Dieses Jahr kam der Tross nicht durch Galena.
Mit Finn machte ich mich am Freitag mit dem Schneemobil auf den Weg nach Nulato, 70 km flussabwärts. Dort besuchten und ermutigten wir ein christliches Ehepaar, dass dort seit zwei Jahren lebt. Bereits im August hatten wir als Team einen Kontakt zu ihnen aufgebaut. Das Wetter und andere Umstände ließen einen weiteren Besuch aber nicht zu.
Der Yukon dient als Straße und jeden Winter wird ein Schneemobilpfad auf dem Eis gebrochen. Die Route ändert sich jedes Jahr und ist abhängig von den Eiskonditionen. Wenn möglich wird über die Sandbänke gefahren doch über weite Strecken geht es über Eis und hier und da erwarten uns offene Wasserstellen. So ist unsere ganze Aufmerksamkeit gefragt.
Am nächsten Tag schließen Freunde aus Galena zu uns auf. Während der Nacht hat es angefangen zu schneien und der Pfad ist schwer zu erkennen. In Nulato suchen wir für 20 Minuten den Pfad. Immer wieder bleibt eine Maschine in dem hüfttiefen Schnee stecken oder der Weg ist durch offenes Wasser versperrt. Doch letztendlich geht es weiter. Eine Stunde später lichten sich die Wolken und die Sonne kommt zum Vorschein. Zu unserer rechten erheben sie majestätisch die verschneiten Nulato-Berge. Wenige Stunden vor den ersten Hundeteams des Iditarod-Rennens erreichen wir Kaltag, eine kleine Ortschaft mit 200 Einwohnern. Ab hier benutzen wir den gleichen Pfad wie das Rennen. Nach einem kurzen Tankstopp geht es nun über den Landweg nach Unalakleet. Auf dem Yukon kamen wir zügig voran. Die nächsten 60 km gleichen einer Buckelpiste und wir kommen nur langsam unserem Ziel näher. Als wir uns der Küste nähern setzt starker Wind ein. Der Boden ist nur dünn mit Schnee bedeckt, da der Wind alles fort weht. Gegen 20 Uhr erreichen wir  Unalakleet, die 800-Einwohner Stadt an der Pazifikküste.
Dort hatten wir weitere Kontakte in der "Covenent Church", wo ich bereits vor zwei Jahren beim Kindercamp mitgeholfen habe.
Am Sonntag erwarteten wir dann die ersten Teams vom Iditarod-Rennen. Auf dem Rückweg am Montag sahen wir dann noch weitere Teams.
Ein Schneemobil unserer Freunde brach auf der Hälfte der Strecke zusammen. Die Federung war gebrochen. Wir konnten die Maschine aber bis nach Hause abschleppen. Montagabend kamen wir wohlbehütet nach über 500 km wieder in Galena an.

  Pause zwischen Kaltag und Unalakleet

Unsere Freunde, Finn stehend im Hintergrund

  Auf dem Rückweg kommt uns ein Team entgegen. Im Vordergrund ist
Finn auf dem Schneemobil.

 Dicht auf den Fersen. Für viele ist das Ziel "einfach" nur das Rennen in Nome
abzuschließen.

 Endlose Weiten durch Tundra und Wälder.

Bei dem einwöchigen Rennen tragen die Hunde Schuhe.

Auf dem Gartenzaun aufgebaut - eine Liebeserklärung auf "alaskanisch".







Donnerstag, 14. Februar 2013

Galena im Januar


Mitte Januar fliegen wir nach Anchorage zum deutschen Honorarkonsul. Silke und Finn brauchen einen neuen Reisepass für die Visaverlängerung. Die Pause tat uns gut. Silke nutzte die Gelegenheit gleich, mit einer Freundin aus Galena zu einer Wochenendfreizeit für Frauen zu gehen. Eine Woche später ging es dann mit dem Kleinflugzeug wieder nach Galena - dick eingepackt wie der Michelinmann für den Fall der Notlandung.


Finn in Downtown Anchorage. Die Stadt liegt an der Südküste Alaskas. Das Klima ist verglichen mit dem Rest des Landes durch das Seeklima sehr mild.

Zusammen mit Finn gingen wir auf unser erstes Hockeyspiel in Anchorage. Finn bekam sogar den offiziellen Spielpuck nach dem ersten Drittel.

In der Stadt genossen wir auch eine saubere Dusche. Unser Wasserenthärter im Haus wurde vor sechs Wochen zur Reparatur eingeschickt. Er funktionierte schon seit Monaten nicht mehr. Wir hoffen, dass er die nächsten Wochen wieder eingebaut werden kann, damit das Wasser wieder klar wird.
Nein, das Bild zeigt nicht das Badewasser in Anchorage nach monatelanger Badeabstinez. So sieht unsere aktuelle Wasserlage aus.

 Ein Studentencampus in Verbindung mit einer Gemeinde in Anchorage hatte nach Gesprächen mit uns ein Schneemobil-Projekt angetrieben und die Maschine Kirche in Partnerschaft mit SEND North gespendet. Sie ist sie sehr gut geeignet, Holz aus dem Wald zu transportieren - für uns und für andere. Die Maschine hilft uns, unabhängiger zu den Außenortschaften zu fahren.


Auf der Karte seht ihr die Ortschaften, zu denen wir langfristig Kontak aufbauen möchten.
Einen regelmäßigen Kontakt haben wir bereits nach Ruby. Im Sommer wird der Yukon als Wasserstraße benutzt, im Winter als Schneemobilpfad.

 Silke und eine Freundin auf dem Rückflug von Ruby, wo wir einen Gottesdienst hatten.



Am Anfang des Winters konnten wir noch einen kleinen Fluss mit dem Auto langfahren.
Mittlerweile liegt aber zu viel Schnee.

Unsere Sauna wird regelmäßig genutzt. Das erste Thermometer hat nicht lange gehalten, die Temperaturen waren doch zu hoch...

Zu guter letzt ein Bild von unserer Gemeinde in Galena von vor ein paar Wochen.
Frostige Temperaturen von unter -40° C konnten die meisten nicht davon abhalten,
zum Gottesdienst zu kommen.

Freitag, 30. November 2012

Außergewöhnliche Begegnung



"Etwas merkwürdig, dieser große Hund hier draußen!" dachte ich. Kurz vor der Abenddämmerung hatte ich mich noch einmal mit dem Schneemobil auf den Weg gemacht, ca. 1 km vor dem Haus, um auf dem Yukon ein Eishockeyfeld freizuschieben. Unser Hund Kiska war mit mir. Da tauchte nun dieser große Hund auf. Aufgeregt rannte Kiska ihm entgegen. Ich unterbrach meine schweißtreibende Schneeschieberei und fuhr mit dem Schneemobil auf die Tiere zu. Nun rannte das große Tier fort, doch schnell hatte ich es eingeholt. Ca. 3-4 mal größer war das Exemplar - ein grauer Wolf! Nach einer kurzen Verfolgung flüchtete er in den Wald. Was für ein Abenteuer. 
Bis auf 30 Zenitmeter Schnee vor ein paar Wochen hat es nicht mehr geschneit und so haben wir nur eine relativ dünne Schneedecke. Elche haben so kein Problem, sich auf ihren langen Beinen zu bewegen. Umso schwieriger ist es für die Wölfe, die Elche zu erlegen.

„Bleibt besonnen und wachsam! Denn der Teufel, euer Todfeind, läuft wie ein brüllender Löwe um euch herum. Er wartet nur auf ein Opfer, das er verschlingen kann.Stark und fest im Glauben sollt ihr seine Angriffe abwehren. Und denkt daran, dass alle Christen in der Welt diese Leiden ertragen müssen.“ 1. Petrus 5,8

In unserem Kontext hier draußen könnte man wohl auch „Löwe“ mit „Wolf“ übersetzen.
Auch ohne Gewehr fühlte ich mich nicht in Gefahr. Es sind sehr scheue Tiere, die sich nur im Extremfall den Menschen nähern (hungrige Tiere auf dünner Schneedecke? ;-)
Auch wenn die Gefahr von Wildunfällen hier draußen Realität ist, mehr zu fürchten haben wir immer noch die von Petrus erwähnte Art des Räubers.

Letzten Sonntag waren wir wieder in Ruby, um die kleine Gemeinde dort zu unterstützen. Drei Ehepaare fanden sich ein und nach dem zweistündigen Gottesdienst, der mehr den Charakter eines Hauskreises hatte, beendeten ich die Predigt über Lukas 17, wo Jesus die zehn Aussätzigen heilt. Da kamen drei junge Männer herein, allesamt handfeste Trinker. Mit erschrockenen Augen erzählt uns Trevor*, er habe sich letzte Nacht mit seinem Bruder unterhalten. Beim Gespräch mit ihm habe er sehr start geschwitzt – sein Bruder ist nämlich schon vor Jahren gestorben! War ihm ein Geist erschienen, nur eine Sufferscheinung oder Beides? Schwer zu sagen. Die Bibel bezeugt uns klar die Realität der unsichtbaren Welt! (lies nochmal Epheser 6,12).
*Name geändert
Die Moschusochsen in der nördlichen Tundra können uns ein gutes Beispiel sein. Sie bilden einen Verteidigungsring, wenn sie von Wölfen angegriffen werden. Sie stehen also zusammen in der Gemeinschaft und halten sich im wahrsten Sinne des Wortes gegenseitig den Rücken frei. Die Gemeinschaft wird in der Bibel immer wieder betont. Wenn du allein vor dem hungrigen Wolf steht, siehts schlecht aus.

Wir sind froh und dankbar, hier in Galena in einem guten Gefüge von Brüdern und Schwestern zu sein. Dazu versichern uns viele von euch immer wieder, für uns zu beten und jeden Monat sehen wir auf einer Liste, wenn Gott bebraucht, um für die monatlichen Kosten aufzukommen! Das ist unglaublich ermutigend! Vielen Dank.

Folgend ein paar unsortierte Bilder der letzten Monate.

 Die letzten Schläge und das Dach vom Huhnerhaus ist fertig. Das Blech haben wir vom Schrottplatz geholt.

 Finn mit Leila, die Silke Donnerstag und Freitag zur Pflege hat.

Der Winteranfang ohne Schnee bescherte uns ideale Bedingungen zum Eishockey spielen.
Finn mit einem seiner besten Freunde...
Die letzten Wochen hält sich die Temperatur konstant zwischen -20 und -30° C. Da kam schon mal die Überlegung auf, die Hühner im Badezimmer auf der Stange zu halten... der Gedanke wurde aber wieder verworfen - die entstehenden Fäkalien können wir im Winter nicht in den Garten ausbringen ;-)
 Seit Ende Oktober ist der Yukon wieder zugefroren. der schwarze Punkt im Vordergrund auf dem Eis sind Martin und Finn beim Dorsch angeln. 

Finn mit einem Freund und Leila beim basteln.

An "Thanksgiving" dem amerikanischen Erntedankfest hatten wir eine Menge Teenager von der Internatsschule zum Essen und spielen. Das war ganz schön schweißtreibend. Die Fenster im Haus lassen sich nicht öffnen, da alles zufriert. Am Morgen musste der Ofen eingeheizt werden, später kam dann noch der Backofen für den Truthahn dazu. Die Sonne knallte auch den ganzen Nachmittag ins Haus und die 25 Leute taten ihr übriges...

Geburtstage gehen auf der Internatsschule mit knapp 200 Schülern gerne unter. Hier hatten wir eine Freundin zu ihrem Geburtstag eingeladen. Übrigens ist es in den USA oft Sitte, dass man zu seinem Geburtstag von jemand anders eingeladen wird. Der kümmert sich dann um Essen etc.

Freitag, 12. Oktober 2012

Fernsehen in Alaska

Northern lights in above the house.

Yukon River from the living room; in the front the sauna (not finished yet), the chicken coop and the green house.