Freitag, 12. Oktober 2012

Fernsehen in Alaska

Northern lights in above the house.

Yukon River from the living room; in the front the sauna (not finished yet), the chicken coop and the green house.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Erntedankfest



"Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch."
1. Thessalonicher 5,18


"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!" Dieses Jahr durfte ich das erste mal den Abzug drücken! Im September ist viel los. Galena ist in dieser Zeit eine Hochburg für die Elchjagd. Viele Trophäenjäger kommen (mit viel Geld), um ein großes Geweih zu erlegen. Sie dürfen nur ältere Bullen schießen, in den meisten Fällen geht es ihnen ohnehin nur um das Gehörn. Etwas anderes ist es, wenn man im Dorf für mindestens ein Jahr lebt. Jeder, der einen Jagdschein besitzt, darf einen Bullen schießen, egal wie groß. Auf dem Foto macht so ein Monsterelch natürlich schon was her. Für wen das Fleisch aber erste Priorität hat, der schießt lieber einen kleineren - so wie ich :-) Na gut, die Auswahl war nicht so groß und man nimmt, was man bekommt. Anfang September hatte ich schon mal ein sehr ansehnliches Exemplar im Visier, aber Gestrüpp und meine Unerfahrenheit als Elchjäger ließen einen sauberen Schuss nicht zu. Mitte September war ich dann wieder mit Andrew (taubstumm) auf dem Yukifluss unterwegs. Eines abends entdeckte ich einen jungen Bullen am Waldesrand. Das die Elche sich in der Brunft befinden, können sie rein gerufen werden, man kann eine heiße Kuh immitieren oder einen brünftigen Bullen. Ich entschied mich für den Bullenruf, war dann aber nicht geduldig genug, der Elch wurde misstrauisch und kam nicht mehr nah genug dran.
"Jedes Pfund a Stund!", diese Jägersweisheit kann ich nur unterstreichen. Am 21. September war es dann soweit. Der Tag war voll und ich war mir nicht sicher, ob ich noch am Abend zur Jagd komme. Um 18:30 machte ich mich mit dem Boot aber dann doch noch auf die 20-minütige Fahrt flussabwärts zum Camp. Zwei Freunde waren schon da. Als ich dort ankam, waren die zwei schon auf der Jagd. Ich wusst nicht wo sie sind und so verhielt ich mich sehr leise, um keine potentiellen Elche aufzuschrecken. Nach etwa einer halben Stunde hörte ich entferntes Rascheln im Gebüsch (die Bullen wetzen ihr Geweih an kleineren Bäumen, auch ein Brunftgehabe). Erst dachte ich, es wären meine zwei Freunde, die einen Bullen anlocken. Nach zwanzig Minuten war ich mir aber ziemlich sicher, dass es ein Bulle sein muss. So rief ich ihn also vorsichtig ein (Bullenruf) und fünf Minuten später stand der Kerl 20 Meter vor mir!! Mit zwei Schüssen wurde das Exemplar dann niedergestreckt und kurze Zeit später konnte ich den Ernteschein ausfüllen. Schnell lief ich zum Camp zurück. Meine zwei Freunde waren bereits zurück gekehrt und  sahen meine Sachen im Camp liegen, kurze Zeit später hörten sie zwei Schüsse - und ahnten schon, was diesen Abend statt Lagerfeuer und Spaghetti auf dem Programm stand... So fingen wir um 20 Uhr mit der Schlachterei an, nachts um 1 Uhr war dann soweit alles erledigt, dass wir ins Zelt gehen konnten.
Den nächsten morgen packten wir dann das Fleisch ins Boot. Statt 20 Minuten brauchte ich 40 Minuten zurück nach Galena, dass Boot war voll. Eine glückliche Familie erwartete mich und auch noch eine neue Herausforderung! 24h später würden wir auf eine Familiekonferenz nach Port Alsworth fliegen, bis dahin galt es aber noch den Elch in der Truhe zu verstauen! Also ran an die Buletten! Brandon checkte ich vom Internat aus, der Teenager hatte mir schon beim Hühnerstall geholfen. Andrew kam gleich mit dem Fleischwolf vorbei und verbrachte den Rest des Tages mit seinen drei Kindern bei uns und auch Josh kam noch vorbei. So war der halbe Elch nach 14 Stunden tatsächlich in der Truhe! Die andere Hälfte haben wir Andrew uns seiner Familie gegeben.

"Seid dankbar in allen Dingen!" Bei allen Schwierigkeiten, die wir sicherlich hier und da schon mal geschrieben haben, gibt es aber auch eine Menge zum danken.

Wir sind dankbar dafür dass...

...unser Vater im Himmel uns hier draußen täglich versorgt.

...wir weniger Ablenkungen ausgesetzt sind (Werbung, Shoppen etc.), als wenn wir ans Straßennetz
   angeschlossen wären (wir kam gerade aus Anchorage zurück).

...uns die körperliche Arbeit (Brennholz holen, jagen, fischen etc.) relativ fit hält.

...wir uns hier draußen mit Fisch, Wild und eigenen Garten gar nicht so ungesund ernähren.

 ...wir eine warme Wohnung haben (nach tagelanger Elchjagd lernt man den alltäglichen Luxus
    wieder mehr zu schätzen)

...wir uns von Gott an den richtigen Platz gestellt wissen.

...wir soviele Freunde haben, die hinter uns und unserer Arbeit stehen (Danke fürs Lesen!).