Montag, 2. Dezember 2013

Geduld aber habt ihr nötig!



"Geduld aber habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.
Denn »nur noch eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll, und wird nicht lange ausbleiben."                                                                             Hebräer 10, 34b - 37
"Papa, wie weit ist noch bis Weihnachten?" diese Frage werden so manche Eltern vieleicht nicht mehr hören können. Marzipanstollen, Dominosteine und Lebkuchen besetzten ja schon seit Monaten die Regale im Supermarkt.
Jeder hat so seine Wünsche, große und kleine... unser größter Wunsch wäre die zügige Genehmigung unserer Visumsverlängerung. Wir werden weiter auf die Probe gestellt. Unseren Flug haben wir erneut verschoben - auf Ende Januar.
Die US-Behörde verlangte noch Dokumente nach, alles muss übersetzt und beglaubigt werden. Zügig hatten wir die Dokument zusammen. Es fehlte nur noch unser Beleg, dass wir unsere Steuern bezahlt haben! Natürlich haben wir unsere Steuern bezahlt, doch anstatt meine Steuernummer in den Computer einzugeben, wurde der Steuerbeleg von mir verlangt. Das Papier ist Ende Mai in den Wassermassen des Yukon untergegangen. Deshalb musste ich eine Kopie beantragen - Wartezeit: 30 Tage! Eine sehr lange Zeit, so rief ich die Steuerbehörde in den USA an und nach mehreren Stunden in der Warteschleife und dem zweiten Versuch, konnte mir dann Gott sei Dank das Dokument gefaxt werden. Die ganze Geschichte hier zu schreiben, würde zu lange dauern. Somit konnten nun alle Unterlagen eingesendet werden. Aktueller Statuts: Wir melden uns innerhalb der nächsten 60 Tage! (gerechnet von 14. November). Am 14. Januar sollten wir also wissen, wie es weitergeht.
 

In der Zwischenzeit überbrücken wir die Zeit so gut wie möglich. Vereinzelte Reisedienste halten uns geographisch mobil. In der Zwischenzeit konnte ich eine Fortbildung zum Thema "Gemeindebau" auf der Akademie für Weltmission in Korntal abschließen. Es folgt ein weiterer Onlinekurs "Genesis Project", in dem es um die Suchtproblematik geht.
Auch einen "Sägeschein" konnte ich letztes Wochenende belegen. Ich wurde bestärkt in meinen geübten Fähigkeiten konnte aber auch noch wertvolle Tipps dazu lernen. 

Weihnachten werden wir bei "Neues Land" in Hannover verbringen. Das ist eine christliche Einrichtung, die sich der Drogenproblematik widmet. Von 19.-25. Dezember werden wir dort sein und sind sehr gespannt. Ca. 30 andere Freiwillige werden dort sein; unsere Aufgabe sind die Morgendandachten und abends die evangelistischen Inputs im SOS-Bistro. Wir sind sehr gespannt auf die Arbeit und freuen uns darauf.



Die unkomplizierten Besuche beim Dr. in Deutschland schätzen wir sehr. Mit der Vorlage der Krankenkassenkarte sind die gröbsten Geldgeschichten erledigt. Alle Fachärzte sind in näherer Umgebung. In Galena heißt es da, warten bis der nächste Flug nach Anchorage ansteht, wenn dort überhaupt der passende Spezialist sitzt. Auch wenn Alaska 4 1/2 mal größer als Deutschland ist, bei einer Bevölkerung von nicht mal einer Million müssen Leute auch schon mal nach Seattle/Washington fliegen.



Fertig machen für die Abreise, ob das die letzte Rasur vor dem Abflug ist?



Finn kommt in der Schule gut mit. Das Fach "Englisch" ist natürlich eine totale Unterforderung. Die Lehrerin ist leider auch nicht fähig bei der Masse von 14 Schülern ein wenig individuell auf Finn einzugehen...



Doch auch Finn macht das Beste aus der Situtation, dem verlängerten Aufenthalt in Deutschland. Hier mit seinen Freunden in Franken. Spazieren in der Natur ohne Bewaffnung? Das ist ja was ganz Neues!



Auch die Tierwelt ist anders, statt Elchen und Bären mal Schafe. Die schmecken auch nicht schlecht!

Mittwoch, 11. September 2013

Warten auf das Visum

Liebe Freunde!
Sie waren zur Wiederausreise bereit! Doch nun verwehrt ihnen der heilige Geist den
Weg. Wie sich die drei wohl fühlen? Ein wenig unsicher? Wie soll es weitergehen? Es
vergeht einige Zeit bis Gott Paulus und Silas mit Timotheus nach Europa führt. Unser
Vater im Himmel hat alles in der Hand! In diesen Tagen las ich Apostelgeschichte 16
nochmal mit anderen Augen, denn wir mussten unseren Rückflug von Ende August auf
November verschieben. Das benötigte Visum ist noch nicht da! Auch für uns gilt: Unser
Vater im Himmel hat alles in der Hand!


Alles Mögliche tun
Sogar die Senatorin von Alaska (vergleichbar mit einem Ministerpräsidenten) setzt sich
für unsere zügige Rückreise ein. Sie besuchte letzte Woche das Katastrophengebiet
Galena, wo mit Hochdruck am Wiederaufbau gearbeitet wird. Dabei machte Pastor
Chris auf uns aufmerksam, wie wichtig es doch für das Dorf wäre, Hornfischers
baldmöglichst wieder da zu haben. Die Senatorin sicherte ihre Hilfe zu, bei den
Behörden nachzufragen und auf die besondere Lage, der Katastrophensituation und
des herannahenden Winters, hinzuweisen.


Sachlage in Galena
Gerade hat die Elchsaison begonnen – ohne uns. Dabei wäre es so wichtig gewesen,
einen Elch zu erlegen. Unsere zwei gefüllten Gefriertruhen sind der Flut zum Opfer
gefallen, so wie bei vielen anderen im Dorf. Das Fernsehen in den USA brachte einen
Bericht über Galena. Dabei besuchte ein Kamerateam auch unser Kirchengebäude. Die
Bodenisolierung war hier schon ersetzt worden. Dort sahen wir einige unserer Dinge.
Nun wurde geschaut, was von unserem übriggebliebenen, durchnässten Haushalt noch
zu retten war. Silke erkannte ihr Küchengeschirr; meine Querflöte war auch zu sehen.
Ein anderer Freund drehte ein kurzes Video von dem Haus, in dem wir unsere Dinge
untergestellt hatten. Nasse Schränke, Schuhe, ein Staubsauger und Bügelbrett, die
Kettensägen, und viele andere Dinge, alles im Eimer! Das gehackte Holz, was wir durch
den effizienten Ofen übrig hatten, hat die Flut auch fort gerissen. Der Ofen an sich mit
300 kg ist nicht davongeschwommen und kann wieder in Stand gesetzt werden.
In unser Haus können wir nicht mehr einziehen. Neben den beträchtlichen
Wasserschäden, ist das Haus halb von den Stützpfeilern gerutscht. Das
ganze Dorf ist teils mit Fäkalien und Heizöl verseucht.
Viele Menschen werden vor dem Winter nicht zurück kehren können, andere ziehen
ganz weg.




Wiederaufbau
Inmitten dieser Not steht die kleine Gemeinde in Galena vor einer großen Aufgabe. Die
Not ist groß, sowohl an praktischer Hilfe als auch an Seelsorge! Doch sie hat es

geschafft, nicht nur auf sich selbst zu sehen, sondern auch Außenstehenden in dieser
Situation zu helfen. Freiwillige Arbeitsteams aus verschiedenen Kirchen aus dem
ganzen Land helfen augenblicklich beim Wiederaufbau. Die Kirche dient als Quartier,
von hier aus wird alles koordiniert.
Auch wir sind nicht vergessen. Unsere Gemeinde hat sich bereits um eine Unterkunft
für uns gekümmert. Sie möchten uns unbedingt zurück haben. Es ist ein kleines 50 m²-
Häuschen, es hat auch Flutschäden davon getragen, die gerade von einem
engagierten Team aus Anchorage beseitigt werden (siehe unteres Bild).
Über Skype sind wir mit der Gemeinde in Kontakt, so manche Postkarte wurde zur
Ermutigung versendet und auch ein 30 kg Paket mit deutschen Köstlichkeiten wurde
über den Atlantik geschickt.




Hier ein Video einige Tage nach der Flut von dem Haus, in das wir einziehen wollten...


Hier unsere neue Bleibe, die Hochwassermarke auf der rechten Seite ist deutlich zu sehen.



Hier ein kurzer Rundgang durch das stark renovierungsbedürftige Haus. Augenblicklich arbeitet ein ehrenamtliches Team von vier Männern aus Colorado daran!

Reisedienst
Auf unserem Reisedienst durch halb Deutschland sind wir so vielen Einladungen wie
möglich gefolgt. Wir hatten viele herzliche Begegnungen. Danke für all eure Ermutigung!
So manches mal wurde mit uns gegrillt und wir konnten von dem
erzählen, was Gott in Galena bewirkt hat – und noch immer verändert.
Tom, 18 Jahre alt und Drogendealer, hat vor zwei Jahren versucht sich umzubringen.
Auf einer Jugendfreizeit in diesem Sommer hat er sich Jesus zugewandt! Begeistert
erzählte er im Gottesdienst von Jesus, wie wir von Freunden erfuhren.
Ende Juli/Anfang August haben wir unseren Urlaub am Bodensee genossen. Soweit es
ging, haben wir die Situation in Galena ausgeblendet. Bei herrlichem Wetter ging es
fast jeden Tag ins Wasser.


Plan B
Dejavu, mit dem Visum war es ja schon vor drei Jahren schwierig. Sind wir die letzten
drei Monate überall rumgereist, so besteht nun Meldepflicht für uns. Wir werden nun
kurzfristig zur Deutschen Missionsgemeinschaft nach Sinsheim ziehen. Von dort aus
können wir den Reisedienst am Besten fortsetzen. Viele kurzfristige Anfragen mussten
wir absagen, diese werden wir nach Möglichkeit nun wahrnehmen. Finn muss nun im
September auch in die Schule im Nachbardorf gehen, das erste mal in eine deutsche
Schule! Uns allen fällt es schwer nun noch eine ganze Weile hier bleiben zu müssen.
Gerade Finn vermisst unseren Hund Kiska sehr. Bitte betet gerade für ihn für eine guten
Einstieg.


Habt vielen herzlichen Dank für eure Anteilnahme!
Gemeinsam mit euch - für den König unterwegs - bis an die Enden der Erde!
Eure Hornfischers

Dienstag, 16. Juli 2013

In Deutschland unterwegs



Deutschland ist ein tolles Land! Während Ende Mai bei uns in Galena noch kein Blattgrün zu sehen war, kamen wir uns bei der Ankunft in Deutschland wie im Dschungel vor – alles grün!
Das Auto ist unser derzeitiger Wohnort. Liebe Geschwister aus Adelshofen haben uns großzügig einen Opel Astra Kombi für den Reisedienst zur Verfügung gestellt.
In Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Franken, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin/ Brandenburg und Nordrhein-Westfalen waren wir schon unterwegs. Die ersten 6000 km haben wir hinter uns. Aufgrund der Kürze unseres Deutschlandaufenthaltes war und ist es uns leider nicht möglich, euch alle zu besuchen. Wir sind praktisch seit Monaten ausgebucht, kurzfristige Anfragen musste ich leider fast alle ablehnen. Wir bitten um euer Verständnis. Wir hatten bereits viele, sehr schöne Begegnungen mit vielen von euch. Wir freuen uns aber auch sehr auf unseren Urlaub am Bodensee, wo wir als Familie zur Ruhe kommen wollen.

Die Lage in Galena hat sich etwas entspannt bzw. verlagert.  Nachdem der Eisdamm Anfang Juni nach einigen Tagen gebrochen ist und das Wasser abgeflossen war, wurde das ganze Ausmass der Flut sichtbar. Die Behörden rechnen damit, dass es bis zu zwei Jahre dauern wird, bis alles wieder einigermaßen aufgebaut ist. Ende September muss mit dem ersten Schnee gerechnet werden. So hat der Wettlauf gegen die Zeit begonnen. Die Stromversorgnung ist weitestgehend wieder hergestellt. Nun wir an der Wasserleitung gearbeitet, auch die Abwasserbehälter für jedes Haus müssen wieder instand gesetzt werden. In den Straßen türmt sich der Müll. Vor zwei Wochen sahen auch wir einen Teil unseres Haushaltes im Fernsehen. Ein US-Fernsehteam kam nach Galena und war auch in den Räumen der Kirchengemeinde. Hier haben Freunde Sachen aus unserem Haus gerettet. Nun wurde geguckt, was noch zu retten und zu trocknen ist oder was gleich weggeschmissen werden muss. Silke sahe Geschirr und Stoffe, Finn Legosteine, die sauber gemacht wurden, auch meine Querflöte konnte noch gerettet werden.

Für 27. August ist unser Rückflug gebucht. Das Haus, in das wir kurz vor dem Flug nach Deutschland gezogen sind, ist nicht mehr bewohnbar. Wir sind in Kontakt mit den Leuten vor Ort und hoffen und beten, dass sich eine andere Möglichkeit aufzeigt. Wir vertrauen auf unseren Herrn, der uns gut bis hierher geführt hat.

Auf seine Führung sind wir auch bei der Visumsverlängerung angewiesen. Verschiedenen Infos von der dort ansässigen Behörde,  dass Ausfüllen von Dokumenten und die offizielle Übersetzung zogen den Antrag in die Länge. Nun beten wir für eine gute Tagesform für den Sachbearbeiter, der unser Antrag bearbeitet. Gott kommt spätestens zur rechten Zeit, dass haben wir oft erlebt.
Folgende Flutbilder haben wir von Freunden zugeschickt bekommen. Ohne das Visum haben wir keine Möglichkeit zurück zu gehen. 
Vielen Dank an alle, die sich bei uns gemeldet haben. Jede Zeile zählt in dieser nicht ganz einfachen Zeit.

 Zerstörtes Haus in Galena

 90% der Autos waren unter Wasser. Nach ersten Infos gehört unser alter Wagen nicht dazu!

 Die Wasser.- und Eismassen hinterlassen eine Spur der Verwüstung


Hier das Mietshaus, in das wir nicht mehr einziehen können. Die Schwierigkeiten der Flut:
Wie hoch das Wasser gestanden hat, ist deutlich am Haus zu sehen.
1.  Die Leitung zum Fäkalientank ist unterbrochen, der Inhalt wird nach oben gedrückt...
2. Das Haus ist auf 8 Pfählen gebaut, 7 davon sind abgeknickt...
3. Der Heizöltank ist auch hier aus dem Ständer gefallen, die Umgebung ist verseucht.
 
 "Seid dankbar in allen Dingen" - gar nicht so einfach!

 Hier das Kirchengebäude kurz for der Überflutung. Auch hier hatten wir einen Teil unseres Hausstandes untergebracht.

 
Unsere Möbel, Bügelbrett, Schuhe und vieles mehr... lasst fahren was euch hindert...
 
 Auf den Straßen türmen sich nasse und verdreckte Isolierung, Möbel und Haushalt.

 Bei diesem Haus haben die Pfähle gehalten!

 Hier das Pfarrhaus ganz rechts, geradeaus die Garage, im Vordergrund das blaue Dach eines Autos.

 Die Wasserleitung wurde aus dem Boden hochgedrückt.

Mittwoch, 29. Mai 2013




Hier ein paar Videos, zu Beginn der Katastrophe.

Some videos from the beginning of the catastrophe.
 
 Der Abzugskanal wird ausgepült!

The culvert is going out!



 
Das Wasser frisst nun immer mehr Straße weg.

The water eats up the road.


Wasser fließt unter den Häusern während die Menschen versuchen, auf höher gelegenes Gelände zu bringen, letztendlich zwecklos.

Water runs under the houses while people try to save stuff to higher ground. It wasn't helping at the very end.


Militärhubschrauber verlässt Galena.

Blackhawk leaving Galena.



Evakuierungsbootsfahrt zum Flughafen auf der Hauptstraße.

Evacuation boat trip on the way to the airport, main road.

Dienstag, 28. Mai 2013

Flut Update



Mittlerweile wurden alle Senioren, Mütter und Kinder evakuiert und nach Fairbanks geflogen.
Die Bilder stammen von einem Freund, der bei der Evakuierung mitgeholfen hat.
Das Eis am unteren Bildrand ist deutlich zu erkennen.

Elders, mother and kids are already evacuated to Fairbanks and the neighbor village. The pics are from a pilot friend who helped with it. The white-greyish stuff below at the picture is the Yukon with the floating ice.



Montag, 27. Mai 2013

Flut in Galena! - Flood in Galena

Das Eis des Yukon ist dieses Jahr erst am 26. Mai aufgebrochen. Fast ein neuer Rekord. So spät war es letztens 1952! Gestern ist das Wasser über die Ufer getreten und hat angefangen, das Dorf zu übfluten. Mittlerweile wurde angefangen, das Dorf zu evakuieren. Nachdem das Wasser wieder gesunken war, stieg der Pegel erneut an.
Bitte betet doch für einen bewahrten Ablauf.

The ice of the Yukon broke up May 26th this year, almost a new record. Just 1952 it was that late! Yesterday the Yukon started to flood the village. In the meantime, they started to evacuate Galena.
The water went down, but went up again. Please pray for a safety. 

Hier der Grund der Flut. Flussabwärts bleibt das Eis in einem Knick hängen. Dadurch wird das Wasser flussaufwärts aufgestaut.



Hier das, Haus in dem wir die letzten zweieinhalb Jahre gelebt haben. Hier ging das Wasser nur bis zum Gartenzaun. Mittlerweile ist es weiter gestiegen.

The house we lived in the last 2 1/2 years. At that point the water just went to the garden. In the meantime the water went up again.

Luftaufnahme von Galena. In den weißen Tanks wird Treibstoff gelagert. Im Hintergrund die Landebahn des Flughafens. Unser Haus steht direkt neben dem gelben Haus auf der rechten Seite. Es ist auf dem Bild nicht zu sehen. Im Vordergrund die Eismassen des Yukon.

Perspective from the air. You can see the white fuel tanks of Galena. In the backround the airport. The house we lived in is right next to the yellow house, you can't see it at the picture.

Unabhängig von der Flut haben wir bereits vor zwei Wochen unsere Habseligkeiten zusammen gepackt und sind innerhalb von Galena umgezogen. Unsere Sachen sind in der Kirche gelagert.
Die unzähligen Festmeter Holz vor dem Haus haben wir auch zum neuen Miethaus gebracht. Dort planen wir Ende August einzuziehen. Augenblicklich steht das Wasser auch hier bis knapp zu den Stelzen, auf denen das Haus steht. Diese sind ca. 2 m hoch um das Haus vor dem Wasser zu schützen. Gut möglich, dass unser Feuerholz für den nächsten Winter davon schwimmt...

Independet from the flood we already started two weeks ago to pack the house. We moved within Galena. Our belongings are stored at the church. Countless amounts of wood got moved as well. We planned to move in there end of August. Right now the water stays already under the house. The house is on pilings, 8 ft. high. We might loose some firewood what we would need for the next winter.

Am 25. Mai Ortszeit (Galena) haben wir uns auf den Weg nach Deutschland gemacht zum Heimataufenthalt. Mit gefalteten Händen sitzen wir nun in Dorsten bei Silkes Eltern. Über Facebook-Freunde bekommen wir die meisten Informationen über die Lage.

Already May 25th (AK time) we flew out to Germany for our home service. With prayers we're sitting here in Germany, we're with Silkes parents. Most information we got from our friends via facebook.

Es gibt keinen Strom mehr, ob er abgeschaltet wurde oder durch das Wasser unterbrochen wurde ist unklar. Die Vorräte in den Kühltruhen können wir wohl abschreiben.

No electricity anymore, not sure if the shut it down or if it got shut down by the water. Our food stock in our freezers looks like lost.
 
Die schon lang befürchtete Flut ist also eingetreten. Jedes Jahr muss damit gerechnet werden, nun ist es soweit. Sicherlich könnt ihr euch unsere Hilflosigkeit vorstellen.
Für unseren Vater im Himmel ist das alles keine Überraschung. Wir vertrauen weiterhin auf ihn.
Ich stimme ganz mit Hiob überein, der vor einiger Zeit sagte: "Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen, gepriesen sei der Herr!"

The freighting flood is here. Every year you have to count for it. You can imagine our helpless situation. For our Lord it is not a surprise. We still thrust in him. We agree with Job, who said recently: "The Lord gave and the Lord has taken away. Blessed be the name of the Lord."

Vielen Dank euch, wenn ihr uns im Gebet unterstützt.

Thank you so much for your prayer support.



Mittwoch, 13. März 2013

Iditarod 2013

Während die Papstwahl einen Großteil der Medien beherrscht, schaut Alaska heute nach Nome. Wer wird die nächsten 24 Stunden das Iditarod Hundeschlittenrennen 2013 gewinnen? Es werden zwei verschiedene Routen gefahren. Dieses Jahr kam der Tross nicht durch Galena.
Mit Finn machte ich mich am Freitag mit dem Schneemobil auf den Weg nach Nulato, 70 km flussabwärts. Dort besuchten und ermutigten wir ein christliches Ehepaar, dass dort seit zwei Jahren lebt. Bereits im August hatten wir als Team einen Kontakt zu ihnen aufgebaut. Das Wetter und andere Umstände ließen einen weiteren Besuch aber nicht zu.
Der Yukon dient als Straße und jeden Winter wird ein Schneemobilpfad auf dem Eis gebrochen. Die Route ändert sich jedes Jahr und ist abhängig von den Eiskonditionen. Wenn möglich wird über die Sandbänke gefahren doch über weite Strecken geht es über Eis und hier und da erwarten uns offene Wasserstellen. So ist unsere ganze Aufmerksamkeit gefragt.
Am nächsten Tag schließen Freunde aus Galena zu uns auf. Während der Nacht hat es angefangen zu schneien und der Pfad ist schwer zu erkennen. In Nulato suchen wir für 20 Minuten den Pfad. Immer wieder bleibt eine Maschine in dem hüfttiefen Schnee stecken oder der Weg ist durch offenes Wasser versperrt. Doch letztendlich geht es weiter. Eine Stunde später lichten sich die Wolken und die Sonne kommt zum Vorschein. Zu unserer rechten erheben sie majestätisch die verschneiten Nulato-Berge. Wenige Stunden vor den ersten Hundeteams des Iditarod-Rennens erreichen wir Kaltag, eine kleine Ortschaft mit 200 Einwohnern. Ab hier benutzen wir den gleichen Pfad wie das Rennen. Nach einem kurzen Tankstopp geht es nun über den Landweg nach Unalakleet. Auf dem Yukon kamen wir zügig voran. Die nächsten 60 km gleichen einer Buckelpiste und wir kommen nur langsam unserem Ziel näher. Als wir uns der Küste nähern setzt starker Wind ein. Der Boden ist nur dünn mit Schnee bedeckt, da der Wind alles fort weht. Gegen 20 Uhr erreichen wir  Unalakleet, die 800-Einwohner Stadt an der Pazifikküste.
Dort hatten wir weitere Kontakte in der "Covenent Church", wo ich bereits vor zwei Jahren beim Kindercamp mitgeholfen habe.
Am Sonntag erwarteten wir dann die ersten Teams vom Iditarod-Rennen. Auf dem Rückweg am Montag sahen wir dann noch weitere Teams.
Ein Schneemobil unserer Freunde brach auf der Hälfte der Strecke zusammen. Die Federung war gebrochen. Wir konnten die Maschine aber bis nach Hause abschleppen. Montagabend kamen wir wohlbehütet nach über 500 km wieder in Galena an.

  Pause zwischen Kaltag und Unalakleet

Unsere Freunde, Finn stehend im Hintergrund

  Auf dem Rückweg kommt uns ein Team entgegen. Im Vordergrund ist
Finn auf dem Schneemobil.

 Dicht auf den Fersen. Für viele ist das Ziel "einfach" nur das Rennen in Nome
abzuschließen.

 Endlose Weiten durch Tundra und Wälder.

Bei dem einwöchigen Rennen tragen die Hunde Schuhe.

Auf dem Gartenzaun aufgebaut - eine Liebeserklärung auf "alaskanisch".







Donnerstag, 14. Februar 2013

Galena im Januar


Mitte Januar fliegen wir nach Anchorage zum deutschen Honorarkonsul. Silke und Finn brauchen einen neuen Reisepass für die Visaverlängerung. Die Pause tat uns gut. Silke nutzte die Gelegenheit gleich, mit einer Freundin aus Galena zu einer Wochenendfreizeit für Frauen zu gehen. Eine Woche später ging es dann mit dem Kleinflugzeug wieder nach Galena - dick eingepackt wie der Michelinmann für den Fall der Notlandung.


Finn in Downtown Anchorage. Die Stadt liegt an der Südküste Alaskas. Das Klima ist verglichen mit dem Rest des Landes durch das Seeklima sehr mild.

Zusammen mit Finn gingen wir auf unser erstes Hockeyspiel in Anchorage. Finn bekam sogar den offiziellen Spielpuck nach dem ersten Drittel.

In der Stadt genossen wir auch eine saubere Dusche. Unser Wasserenthärter im Haus wurde vor sechs Wochen zur Reparatur eingeschickt. Er funktionierte schon seit Monaten nicht mehr. Wir hoffen, dass er die nächsten Wochen wieder eingebaut werden kann, damit das Wasser wieder klar wird.
Nein, das Bild zeigt nicht das Badewasser in Anchorage nach monatelanger Badeabstinez. So sieht unsere aktuelle Wasserlage aus.

 Ein Studentencampus in Verbindung mit einer Gemeinde in Anchorage hatte nach Gesprächen mit uns ein Schneemobil-Projekt angetrieben und die Maschine Kirche in Partnerschaft mit SEND North gespendet. Sie ist sie sehr gut geeignet, Holz aus dem Wald zu transportieren - für uns und für andere. Die Maschine hilft uns, unabhängiger zu den Außenortschaften zu fahren.


Auf der Karte seht ihr die Ortschaften, zu denen wir langfristig Kontak aufbauen möchten.
Einen regelmäßigen Kontakt haben wir bereits nach Ruby. Im Sommer wird der Yukon als Wasserstraße benutzt, im Winter als Schneemobilpfad.

 Silke und eine Freundin auf dem Rückflug von Ruby, wo wir einen Gottesdienst hatten.



Am Anfang des Winters konnten wir noch einen kleinen Fluss mit dem Auto langfahren.
Mittlerweile liegt aber zu viel Schnee.

Unsere Sauna wird regelmäßig genutzt. Das erste Thermometer hat nicht lange gehalten, die Temperaturen waren doch zu hoch...

Zu guter letzt ein Bild von unserer Gemeinde in Galena von vor ein paar Wochen.
Frostige Temperaturen von unter -40° C konnten die meisten nicht davon abhalten,
zum Gottesdienst zu kommen.