Mittwoch, 11. September 2013

Warten auf das Visum

Liebe Freunde!
Sie waren zur Wiederausreise bereit! Doch nun verwehrt ihnen der heilige Geist den
Weg. Wie sich die drei wohl fühlen? Ein wenig unsicher? Wie soll es weitergehen? Es
vergeht einige Zeit bis Gott Paulus und Silas mit Timotheus nach Europa führt. Unser
Vater im Himmel hat alles in der Hand! In diesen Tagen las ich Apostelgeschichte 16
nochmal mit anderen Augen, denn wir mussten unseren Rückflug von Ende August auf
November verschieben. Das benötigte Visum ist noch nicht da! Auch für uns gilt: Unser
Vater im Himmel hat alles in der Hand!


Alles Mögliche tun
Sogar die Senatorin von Alaska (vergleichbar mit einem Ministerpräsidenten) setzt sich
für unsere zügige Rückreise ein. Sie besuchte letzte Woche das Katastrophengebiet
Galena, wo mit Hochdruck am Wiederaufbau gearbeitet wird. Dabei machte Pastor
Chris auf uns aufmerksam, wie wichtig es doch für das Dorf wäre, Hornfischers
baldmöglichst wieder da zu haben. Die Senatorin sicherte ihre Hilfe zu, bei den
Behörden nachzufragen und auf die besondere Lage, der Katastrophensituation und
des herannahenden Winters, hinzuweisen.


Sachlage in Galena
Gerade hat die Elchsaison begonnen – ohne uns. Dabei wäre es so wichtig gewesen,
einen Elch zu erlegen. Unsere zwei gefüllten Gefriertruhen sind der Flut zum Opfer
gefallen, so wie bei vielen anderen im Dorf. Das Fernsehen in den USA brachte einen
Bericht über Galena. Dabei besuchte ein Kamerateam auch unser Kirchengebäude. Die
Bodenisolierung war hier schon ersetzt worden. Dort sahen wir einige unserer Dinge.
Nun wurde geschaut, was von unserem übriggebliebenen, durchnässten Haushalt noch
zu retten war. Silke erkannte ihr Küchengeschirr; meine Querflöte war auch zu sehen.
Ein anderer Freund drehte ein kurzes Video von dem Haus, in dem wir unsere Dinge
untergestellt hatten. Nasse Schränke, Schuhe, ein Staubsauger und Bügelbrett, die
Kettensägen, und viele andere Dinge, alles im Eimer! Das gehackte Holz, was wir durch
den effizienten Ofen übrig hatten, hat die Flut auch fort gerissen. Der Ofen an sich mit
300 kg ist nicht davongeschwommen und kann wieder in Stand gesetzt werden.
In unser Haus können wir nicht mehr einziehen. Neben den beträchtlichen
Wasserschäden, ist das Haus halb von den Stützpfeilern gerutscht. Das
ganze Dorf ist teils mit Fäkalien und Heizöl verseucht.
Viele Menschen werden vor dem Winter nicht zurück kehren können, andere ziehen
ganz weg.




Wiederaufbau
Inmitten dieser Not steht die kleine Gemeinde in Galena vor einer großen Aufgabe. Die
Not ist groß, sowohl an praktischer Hilfe als auch an Seelsorge! Doch sie hat es

geschafft, nicht nur auf sich selbst zu sehen, sondern auch Außenstehenden in dieser
Situation zu helfen. Freiwillige Arbeitsteams aus verschiedenen Kirchen aus dem
ganzen Land helfen augenblicklich beim Wiederaufbau. Die Kirche dient als Quartier,
von hier aus wird alles koordiniert.
Auch wir sind nicht vergessen. Unsere Gemeinde hat sich bereits um eine Unterkunft
für uns gekümmert. Sie möchten uns unbedingt zurück haben. Es ist ein kleines 50 m²-
Häuschen, es hat auch Flutschäden davon getragen, die gerade von einem
engagierten Team aus Anchorage beseitigt werden (siehe unteres Bild).
Über Skype sind wir mit der Gemeinde in Kontakt, so manche Postkarte wurde zur
Ermutigung versendet und auch ein 30 kg Paket mit deutschen Köstlichkeiten wurde
über den Atlantik geschickt.




Hier ein Video einige Tage nach der Flut von dem Haus, in das wir einziehen wollten...


Hier unsere neue Bleibe, die Hochwassermarke auf der rechten Seite ist deutlich zu sehen.



Hier ein kurzer Rundgang durch das stark renovierungsbedürftige Haus. Augenblicklich arbeitet ein ehrenamtliches Team von vier Männern aus Colorado daran!

Reisedienst
Auf unserem Reisedienst durch halb Deutschland sind wir so vielen Einladungen wie
möglich gefolgt. Wir hatten viele herzliche Begegnungen. Danke für all eure Ermutigung!
So manches mal wurde mit uns gegrillt und wir konnten von dem
erzählen, was Gott in Galena bewirkt hat – und noch immer verändert.
Tom, 18 Jahre alt und Drogendealer, hat vor zwei Jahren versucht sich umzubringen.
Auf einer Jugendfreizeit in diesem Sommer hat er sich Jesus zugewandt! Begeistert
erzählte er im Gottesdienst von Jesus, wie wir von Freunden erfuhren.
Ende Juli/Anfang August haben wir unseren Urlaub am Bodensee genossen. Soweit es
ging, haben wir die Situation in Galena ausgeblendet. Bei herrlichem Wetter ging es
fast jeden Tag ins Wasser.


Plan B
Dejavu, mit dem Visum war es ja schon vor drei Jahren schwierig. Sind wir die letzten
drei Monate überall rumgereist, so besteht nun Meldepflicht für uns. Wir werden nun
kurzfristig zur Deutschen Missionsgemeinschaft nach Sinsheim ziehen. Von dort aus
können wir den Reisedienst am Besten fortsetzen. Viele kurzfristige Anfragen mussten
wir absagen, diese werden wir nach Möglichkeit nun wahrnehmen. Finn muss nun im
September auch in die Schule im Nachbardorf gehen, das erste mal in eine deutsche
Schule! Uns allen fällt es schwer nun noch eine ganze Weile hier bleiben zu müssen.
Gerade Finn vermisst unseren Hund Kiska sehr. Bitte betet gerade für ihn für eine guten
Einstieg.


Habt vielen herzlichen Dank für eure Anteilnahme!
Gemeinsam mit euch - für den König unterwegs - bis an die Enden der Erde!
Eure Hornfischers