Dienstag, 1. September 2015

Liebe Freunde!

Nun ist es ruhig im Hühnerhaus, der Hahn kräht nicht mehr. Durch die fehlende Dunkelheit in den letzten Monaten hat der Hahn viele Nächte durchgekräht. Mit ihm wurden 17 weitere Masthühner geschlachtet und lagern nun in der Truhe neben dem Lachs, den wir bereits im Juni gefangen haben – es ist ein Kommen und Gehen.





Brent, der diesen Winter bei uns gewohnt hat, hat sich beruflich umorientiert und hat uns Ende Mai wieder verlassen und arbeitet nun wieder in den „Lower 48“, wie der Rest der USA, hier oben in Alaska genannt wird.  Es bleiben schönen Erinnerungen – es ist ein Kommen und Gehen.


Zu unserer großen Freude haben uns Silkes Eltern und Bruder Jens besucht. Nachdem wir sie in Fairbanks empfangen haben, konnten sie uns noch bei unserem Jahreseinkauf helfen bevor wir mit ihnen die klassischen Touristenziele besucht haben – Denali Nationalpark und die Kenaihalbinsel an der Pazifikküste. Danach konnten sie unser zuhause in Galena kennenlernen und haben bei so manchen Projekten geholfen. Vielen Dank!  Ende Juli haben sich unsere Lieben dann wieder verabschiedet – es ist ein Kommen und Gehen.



Der Sommer war sehr trocken und in ganz Alaska, wüteten über 200 Waldbrände.  Die Nachbarortschaft Nulato musste teilweise evakuiert werden, konnte aber durch den vereinten Einsatz der „Smokejumper“ (so werden die Feuerwehrleute genannt, die den Sommer über die Brände bekämpfen) und den verbliebenen Bewohnern geschützt werden.  Das ganze Dorf war von Feuer umzingelt; bei den Luftaufnahmen zwei Wochen später bekam ich eine Gänsehaut. Offensichtlich hat Gott noch etwas vor in diesem Dorf. Familie Casey, die ein Jahr zur Eingewöhnung in Galena gewohnt hat, ist nun Anfang August nach Nulato gezogen, um dort eine Gemeinde zu gründen. Bitt betet um eine gute Aufnahme in der Dorfgemeinschaft. Es ist ein Kommen und Gehen.



Auch Nina aus Pilot Station, 500 km abwärts am Yukon, wird dieses Jahr wieder mit uns leben. Sie kommt heute mit dem Flieger rein. Anfang Juni hatte Martin die Gelegenheit, mit „Samaritans Purse“ (in Deutschland bekannt durch Weihnachten im Schuhkarton) einen praktischen Missionseinsatz in Bethel zu machen. Bethel befindet sich zwei Flugstunden südwestlich von Galena nahe der Küste. Es wurde 1885 von der Herrnhuter Mission gegründet. Dort halfen wir für eine Woche mit, eine Bibelschulgebäude aufzubauen. Nach Feierabend hatten wir die Möglichkeit, einige Studenten, die in Galena auf die Internatsschule gehen, zu besuchen.  Auf dem Rückweg von Bethel nach Galena haben wir dann auch noch Nina mit ihrer Familie in Pilot Station besuchen können, das war sehr wertvoll.  Es ist ein Kommen und Gehen.


Nach einem 9 Stunden Direktflug, von Frankfurt nach Fairbanks, landete dann auch Praktikant Danilo in Galena. In einer christlichen Zeitschrift hatte er einen Artikel über uns gelesen und Kontakt mit uns aufgenommen. Danilo wird die nächsten 10 Monate bei uns wohnen. Der erste Eindruck ist sehr positiv und wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit – es ist ein Kommen und Gehen.


Seit 8 Jahren beten wir mit Finn jeden Abend um ein weiteres Geschwisterchen.  Anfang Juli trafen wir auf einer Fortbildung Daniel aus dem Küstendorf Hooper Bay und in einem Gespräch erwähnten wir beiläufig, dass wir gerne adoptieren möchten und schon seit Jahren mit dem Jugendamt in Verbindung stehen.  Drei Wochen später, als wir gerade mit Silkes Familie auf Tour waren, bekamen wir einen überraschenden Anruf von Daniel. Er erzählte, dass eine junge Frau aus seinem Dorf ihr Baby zur Adoption frei geben möchte. Wir seien die vierte Familie, die er anfrage, letztlich würde dann die Mutter entscheiden, wo der Junge hinkommen soll. Zwei Familien war es aus verschiedenen Gründen augeblicklich nicht möglich. Die Junge Frau entschied sich dann für eine Familie aus den „Lower 48“. Nach einer Woche entschied sie sich allerdings um, sie würde ihr Kind lieber in Alaska aufwachsen haben. So hatte Daniel die schwere Aufgabe, die Familie anzurufen und über die Änderung zu informieren. Die Antwort der Familie war überraschend! Die Erleichterung war durch das Telefon zu hören. Aus unerklärlichen Gründen hatten sie keinen Frieden von Gott und die Absage war eine positive Bestätigung. Der Geburtstermin ist der 28. August. Silke und Finn sind Anfang der Woche nach Anchorage geflogen, um die leibliche Mutter zu treffen und auf das Baby zu warten.
Viel Spannung liegt in der Luft. Nach einem ersten Kennenlernen entspannt sich die Atmosphäre. „Wisst ihr schon, wie ihr das Kind nennen wollt?“ wird Silke gefragt. Eigentlich wollten wir den Namen erst bei der Geburt preisgeben, aber letztendlich sagt Silke den Namen, der uns die letzten Wochen nicht mehr aus dem Kopf geht. Freudiges Lächeln scheint über das Gesicht der werdenden Mutter und ihrer zwei Schwestern, die auch zugegen sind. So heißt ihr Papa auch!! Wir sehen diese „Kleinigkeiten“ als Gottes klare Führung und beten auch weiterhin um seinen Beistand in dieser Lebensveränderung.  Bitte betet doch mit uns Sturm, damit alles seinen rechten Weg geht und auch die Mutter nicht mehr ihre Meinung ändert. Viele Dinge wie ein Bett, Wickeltisch, Kleidung etc. müssen nun noch auf die Schnelle besorgt werden.
In ein paar Tagen werde auch ich nach Anchorage fliegen, um bei der Geburt dabei sein zu können. Und wenn Gott will und wir leben, kommen wir im September wieder zu viert nach Galena! Es ist ein Kommen und Gehen.

Seit nun fünf Jahren verschickt Katrin Sack aus Seußen unseren Rundbrief an alle, die ihn per Post erhalten.  Auch bei ihr gab es die letzten Monate eine gewaltige Lebensveränderung und so ist sie in den heiligen Stand der Ehe eingetreten. Leider konnten wir bei der Hochzeit nicht dabei sein. Katrin, hab' vielen herzlichen Dank für deine Hilfe, du hast uns damit sehr entlastet!  Es ist ein Kommen und Gehen! Nun sind wir auf der Suche nach jemandem, der drei bis vier Mal im Jahr unseren Rundbrief versendet. Bitte melde dich bei uns, dann können wir dir mehr Infos geben.

Bezüglich des Hauses , in das wir bereits vor einem Jahr eingezogen sind und das SEND Anfang Juli kaufen wollte gibt es einige Neuigkeiten.
Wir sind immer noch auf einem guten Weg, allerdings hatten wir in letzter Minute vor dem Kauf entdeckt, dass die Sickergrube für das Abwasser kaputt ist. Dies ist noch eine Folge der Flut von vor zwei Jahren und war niemandem aufgefallen... Sobald der Schaden behoben ist, wird SEND das Haus kaufen. Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich hier schon beteiligt haben. Wir beten weiterhin um den fehlenden Restbetrag von knapp 14.000 Euro.


Gemeinsam mit euch – für den König unterwegs – bis an die Enden der Erde!
Eure Hornfischers
Martin und Silke mit Finn