Freitag, 30. November 2012

Außergewöhnliche Begegnung



"Etwas merkwürdig, dieser große Hund hier draußen!" dachte ich. Kurz vor der Abenddämmerung hatte ich mich noch einmal mit dem Schneemobil auf den Weg gemacht, ca. 1 km vor dem Haus, um auf dem Yukon ein Eishockeyfeld freizuschieben. Unser Hund Kiska war mit mir. Da tauchte nun dieser große Hund auf. Aufgeregt rannte Kiska ihm entgegen. Ich unterbrach meine schweißtreibende Schneeschieberei und fuhr mit dem Schneemobil auf die Tiere zu. Nun rannte das große Tier fort, doch schnell hatte ich es eingeholt. Ca. 3-4 mal größer war das Exemplar - ein grauer Wolf! Nach einer kurzen Verfolgung flüchtete er in den Wald. Was für ein Abenteuer. 
Bis auf 30 Zenitmeter Schnee vor ein paar Wochen hat es nicht mehr geschneit und so haben wir nur eine relativ dünne Schneedecke. Elche haben so kein Problem, sich auf ihren langen Beinen zu bewegen. Umso schwieriger ist es für die Wölfe, die Elche zu erlegen.

„Bleibt besonnen und wachsam! Denn der Teufel, euer Todfeind, läuft wie ein brüllender Löwe um euch herum. Er wartet nur auf ein Opfer, das er verschlingen kann.Stark und fest im Glauben sollt ihr seine Angriffe abwehren. Und denkt daran, dass alle Christen in der Welt diese Leiden ertragen müssen.“ 1. Petrus 5,8

In unserem Kontext hier draußen könnte man wohl auch „Löwe“ mit „Wolf“ übersetzen.
Auch ohne Gewehr fühlte ich mich nicht in Gefahr. Es sind sehr scheue Tiere, die sich nur im Extremfall den Menschen nähern (hungrige Tiere auf dünner Schneedecke? ;-)
Auch wenn die Gefahr von Wildunfällen hier draußen Realität ist, mehr zu fürchten haben wir immer noch die von Petrus erwähnte Art des Räubers.

Letzten Sonntag waren wir wieder in Ruby, um die kleine Gemeinde dort zu unterstützen. Drei Ehepaare fanden sich ein und nach dem zweistündigen Gottesdienst, der mehr den Charakter eines Hauskreises hatte, beendeten ich die Predigt über Lukas 17, wo Jesus die zehn Aussätzigen heilt. Da kamen drei junge Männer herein, allesamt handfeste Trinker. Mit erschrockenen Augen erzählt uns Trevor*, er habe sich letzte Nacht mit seinem Bruder unterhalten. Beim Gespräch mit ihm habe er sehr start geschwitzt – sein Bruder ist nämlich schon vor Jahren gestorben! War ihm ein Geist erschienen, nur eine Sufferscheinung oder Beides? Schwer zu sagen. Die Bibel bezeugt uns klar die Realität der unsichtbaren Welt! (lies nochmal Epheser 6,12).
*Name geändert
Die Moschusochsen in der nördlichen Tundra können uns ein gutes Beispiel sein. Sie bilden einen Verteidigungsring, wenn sie von Wölfen angegriffen werden. Sie stehen also zusammen in der Gemeinschaft und halten sich im wahrsten Sinne des Wortes gegenseitig den Rücken frei. Die Gemeinschaft wird in der Bibel immer wieder betont. Wenn du allein vor dem hungrigen Wolf steht, siehts schlecht aus.

Wir sind froh und dankbar, hier in Galena in einem guten Gefüge von Brüdern und Schwestern zu sein. Dazu versichern uns viele von euch immer wieder, für uns zu beten und jeden Monat sehen wir auf einer Liste, wenn Gott bebraucht, um für die monatlichen Kosten aufzukommen! Das ist unglaublich ermutigend! Vielen Dank.

Folgend ein paar unsortierte Bilder der letzten Monate.

 Die letzten Schläge und das Dach vom Huhnerhaus ist fertig. Das Blech haben wir vom Schrottplatz geholt.

 Finn mit Leila, die Silke Donnerstag und Freitag zur Pflege hat.

Der Winteranfang ohne Schnee bescherte uns ideale Bedingungen zum Eishockey spielen.
Finn mit einem seiner besten Freunde...
Die letzten Wochen hält sich die Temperatur konstant zwischen -20 und -30° C. Da kam schon mal die Überlegung auf, die Hühner im Badezimmer auf der Stange zu halten... der Gedanke wurde aber wieder verworfen - die entstehenden Fäkalien können wir im Winter nicht in den Garten ausbringen ;-)
 Seit Ende Oktober ist der Yukon wieder zugefroren. der schwarze Punkt im Vordergrund auf dem Eis sind Martin und Finn beim Dorsch angeln. 

Finn mit einem Freund und Leila beim basteln.

An "Thanksgiving" dem amerikanischen Erntedankfest hatten wir eine Menge Teenager von der Internatsschule zum Essen und spielen. Das war ganz schön schweißtreibend. Die Fenster im Haus lassen sich nicht öffnen, da alles zufriert. Am Morgen musste der Ofen eingeheizt werden, später kam dann noch der Backofen für den Truthahn dazu. Die Sonne knallte auch den ganzen Nachmittag ins Haus und die 25 Leute taten ihr übriges...

Geburtstage gehen auf der Internatsschule mit knapp 200 Schülern gerne unter. Hier hatten wir eine Freundin zu ihrem Geburtstag eingeladen. Übrigens ist es in den USA oft Sitte, dass man zu seinem Geburtstag von jemand anders eingeladen wird. Der kümmert sich dann um Essen etc.

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