Liebe Freunde!
Nun ist es ruhig im Hühnerhaus, der Hahn kräht nicht mehr. Durch die fehlende Dunkelheit in den letzten Monaten hat der Hahn viele Nächte durchgekräht. Mit ihm wurden 17 weitere Masthühner geschlachtet und lagern nun in der Truhe neben dem Lachs, den wir bereits im Juni gefangen haben – es ist ein Kommen und Gehen.
Brent, der diesen Winter bei uns gewohnt hat, hat sich beruflich umorientiert und hat uns Ende Mai wieder verlassen und arbeitet nun wieder in den „Lower 48“, wie der Rest der USA, hier oben in Alaska genannt wird. Es bleiben schönen Erinnerungen – es ist ein Kommen und Gehen.
Zu unserer großen Freude haben uns Silkes Eltern und Bruder Jens besucht. Nachdem wir sie in Fairbanks empfangen haben, konnten sie uns noch bei unserem Jahreseinkauf helfen bevor wir mit ihnen die klassischen Touristenziele besucht haben – Denali Nationalpark und die Kenaihalbinsel an der Pazifikküste. Danach konnten sie unser zuhause in Galena kennenlernen und haben bei so manchen Projekten geholfen. Vielen Dank! Ende Juli haben sich unsere Lieben dann wieder verabschiedet – es ist ein Kommen und Gehen.
Der Sommer war sehr trocken und in ganz Alaska, wüteten über 200 Waldbrände. Die Nachbarortschaft Nulato musste teilweise evakuiert werden, konnte aber durch den vereinten Einsatz der „Smokejumper“ (so werden die Feuerwehrleute genannt, die den Sommer über die Brände bekämpfen) und den verbliebenen Bewohnern geschützt werden. Das ganze Dorf war von Feuer umzingelt; bei den Luftaufnahmen zwei Wochen später bekam ich eine Gänsehaut. Offensichtlich hat Gott noch etwas vor in diesem Dorf. Familie Casey, die ein Jahr zur Eingewöhnung in Galena gewohnt hat, ist nun Anfang August nach Nulato gezogen, um dort eine Gemeinde zu gründen. Bitt betet um eine gute Aufnahme in der Dorfgemeinschaft. Es ist ein Kommen und Gehen.
Auch Nina aus Pilot Station, 500 km abwärts am Yukon, wird dieses Jahr wieder mit uns leben. Sie kommt heute mit dem Flieger rein. Anfang Juni hatte Martin die Gelegenheit, mit „Samaritans Purse“ (in Deutschland bekannt durch Weihnachten im Schuhkarton) einen praktischen Missionseinsatz in Bethel zu machen. Bethel befindet sich zwei Flugstunden südwestlich von Galena nahe der Küste. Es wurde 1885 von der Herrnhuter Mission gegründet. Dort halfen wir für eine Woche mit, eine Bibelschulgebäude aufzubauen. Nach Feierabend hatten wir die Möglichkeit, einige Studenten, die in Galena auf die Internatsschule gehen, zu besuchen. Auf dem Rückweg von Bethel nach Galena haben wir dann auch noch Nina mit ihrer Familie in Pilot Station besuchen können, das war sehr wertvoll. Es ist ein Kommen und Gehen.
Nach einem 9 Stunden Direktflug, von Frankfurt nach Fairbanks, landete dann auch Praktikant Danilo in Galena. In einer christlichen Zeitschrift hatte er einen Artikel über uns gelesen und Kontakt mit uns aufgenommen. Danilo wird die nächsten 10 Monate bei uns wohnen. Der erste Eindruck ist sehr positiv und wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit – es ist ein Kommen und Gehen.
Seit 8 Jahren beten wir mit Finn jeden Abend um ein weiteres Geschwisterchen. Anfang Juli trafen wir auf einer Fortbildung Daniel aus dem Küstendorf Hooper Bay und in einem Gespräch erwähnten wir beiläufig, dass wir gerne adoptieren möchten und schon seit Jahren mit dem Jugendamt in Verbindung stehen. Drei Wochen später, als wir gerade mit Silkes Familie auf Tour waren, bekamen wir einen überraschenden Anruf von Daniel. Er erzählte, dass eine junge Frau aus seinem Dorf ihr Baby zur Adoption frei geben möchte. Wir seien die vierte Familie, die er anfrage, letztlich würde dann die Mutter entscheiden, wo der Junge hinkommen soll. Zwei Familien war es aus verschiedenen Gründen augeblicklich nicht möglich. Die Junge Frau entschied sich dann für eine Familie aus den „Lower 48“. Nach einer Woche entschied sie sich allerdings um, sie würde ihr Kind lieber in Alaska aufwachsen haben. So hatte Daniel die schwere Aufgabe, die Familie anzurufen und über die Änderung zu informieren. Die Antwort der Familie war überraschend! Die Erleichterung war durch das Telefon zu hören. Aus unerklärlichen Gründen hatten sie keinen Frieden von Gott und die Absage war eine positive Bestätigung. Der Geburtstermin ist der 28. August. Silke und Finn sind Anfang der Woche nach Anchorage geflogen, um die leibliche Mutter zu treffen und auf das Baby zu warten.
Viel Spannung liegt in der Luft. Nach einem ersten Kennenlernen entspannt sich die Atmosphäre. „Wisst ihr schon, wie ihr das Kind nennen wollt?“ wird Silke gefragt. Eigentlich wollten wir den Namen erst bei der Geburt preisgeben, aber letztendlich sagt Silke den Namen, der uns die letzten Wochen nicht mehr aus dem Kopf geht. Freudiges Lächeln scheint über das Gesicht der werdenden Mutter und ihrer zwei Schwestern, die auch zugegen sind. So heißt ihr Papa auch!! Wir sehen diese „Kleinigkeiten“ als Gottes klare Führung und beten auch weiterhin um seinen Beistand in dieser Lebensveränderung. Bitte betet doch mit uns Sturm, damit alles seinen rechten Weg geht und auch die Mutter nicht mehr ihre Meinung ändert. Viele Dinge wie ein Bett, Wickeltisch, Kleidung etc. müssen nun noch auf die Schnelle besorgt werden.
In ein paar Tagen werde auch ich nach Anchorage fliegen, um bei der Geburt dabei sein zu können. Und wenn Gott will und wir leben, kommen wir im September wieder zu viert nach Galena! Es ist ein Kommen und Gehen.
Seit nun fünf Jahren verschickt Katrin Sack aus Seußen unseren Rundbrief an alle, die ihn per Post erhalten. Auch bei ihr gab es die letzten Monate eine gewaltige Lebensveränderung und so ist sie in den heiligen Stand der Ehe eingetreten. Leider konnten wir bei der Hochzeit nicht dabei sein. Katrin, hab' vielen herzlichen Dank für deine Hilfe, du hast uns damit sehr entlastet! Es ist ein Kommen und Gehen! Nun sind wir auf der Suche nach jemandem, der drei bis vier Mal im Jahr unseren Rundbrief versendet. Bitte melde dich bei uns, dann können wir dir mehr Infos geben.
Bezüglich des Hauses , in das wir bereits vor einem Jahr eingezogen sind und das SEND Anfang Juli kaufen wollte gibt es einige Neuigkeiten.
Wir sind immer noch auf einem guten Weg, allerdings hatten wir in letzter Minute vor dem Kauf entdeckt, dass die Sickergrube für das Abwasser kaputt ist. Dies ist noch eine Folge der Flut von vor zwei Jahren und war niemandem aufgefallen... Sobald der Schaden behoben ist, wird SEND das Haus kaufen. Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich hier schon beteiligt haben. Wir beten weiterhin um den fehlenden Restbetrag von knapp 14.000 Euro.
Gemeinsam mit euch – für den König unterwegs – bis an die Enden der Erde!
Eure Hornfischers
Martin und Silke mit Finn
Dienstag, 1. September 2015
Montag, 24. August 2015
Getting ready for winter
Eigentlich laufen die Vorbereitungen auf den anstehenden Winter schon den ganzen Sommer. Heute haben wir wieder eine entscheidende Etappe geschafft. Der Heizanlage, die letztes Jahr ausgefallen ist, wird durch eine neue ersetzt. Die richtigen Kräfte waren da, auch die rechte Maschine, um den 1 Tonnen schwere Fracht ins Haus zu befördern. Nur an Platz mangelte es uns reichlich.
Zu Anfang war die Einfahrt noch breit genug.
Hinter dem Haus wurde es dann schon enger...
Rückwärts ging es dann hinter dem Haus noch mal um die Ecke, wo wir vor ein paar Wochen eine neue Tür installiert haben.
Und hoch damit, die Heizanlage wiegt 1 Tonne!
Noch mal ausgemessen...
...und schon wir die Kiste durch die neue Tür geschoben.
Fingerspitzengefühl ist gefragt, wenn der 7.50m lange ausziehbare Gabelstabler den Ofen durch die Tür bugsiert, ganz zu schweigen von den ganzen Bäumen rundherum!
Jetzt nur noch die Kette abmontieren und fertig ist die Kiste. Aber Vorsicht, jetzt nur keinen Leichtsinnsfehler!
Alle glücklich! Von rechts, Danilo unser Praktikant, der vor einer Woche zu uns gezogen ist und sich schon sehr gut bewährt hat! Daneben Ross, unser langjähriger Freund, mit dem ich schon viele Dinge erlebt habe. Links von der Heizanlage mit mir stehend, Nina aus Pilot Station, 500 km flussabwärts. Auch Nina ist wieder bei uns eingezogen um dieses Jahr in Galena auf die Schule zu gehen.
Montag, 26. Januar 2015
Der Winter ist da!
Frostige Temperaturen haben uns nun doch noch erreicht. Die letzte Woche hatten wir jeden Tag um die -40° Celsius. Heute morgen die tiefsten Temperaturen soweit, - 46° Celsius (-49° Fahrenheit).
Anfang Januar hatten wir in Galena den ersten Feuerwehreinsatz des Jahres. Ein elektrischer Defekt im Spülraum der Internatsküche löste ein Feuer aus. Gott sei Dank war es noch nicht so bitter kalt (-15° C). Durch den vereinten Einsatz des ganzen Dorfes konnte das Feuer schnell unter Kontrolle gebracht werden.
Feuerwehrhauptmann Tim
Das Feuer befand sich überwiegend in den Wänden.
Auslaufendes Wasser aus undichten Stellen friert zügig ab und verwandelt den Boden zur Eislauffläche.
Auch zahlreiche Feuerlöscher konnten den Brand nicht löschen.
Durch die Metallwände hatte das Löschwasser nur sehr begrenzte Wirkung auf den Brand, während die Schläuche volle Kanne laufen, reißen wir die Metalwände mit Werkzeug ein; überflüssig zu erwähnen, dass ich nach ein paar Sekunden nass bis auf die Haut bin.
Hier der Pastor mit einem Ältesten der Gemeinde an der Pistole.
Der Feuerwehrwagen ist schon etwas älter und fragil, hat aber seinen Dienst erfüllt.
Alle packen an.
Als die Temperaturen noch wärmer waren...
Verwandelte Landschaft durch Eisnebel.
Kiska im vollen Galopp; die Kälte macht ihm nicht viel aus.
Finn mit zwei Freunden beim Comic lesen; Asterix & Obelix.
Kiska und Bandit sind mittlerweile gute Freunde geworden.
Silke kam von einer Frauenkonferenz mit frischem Obst zurück!
Kerzen sind immer noch eine gute Lichtalternative.
Mittagssonne über dem Yukon.
Das schon seit Jahren verfallene "Yukon Inn".
Frostige Temperaturen bringen klaren Himmel und Sonnenschein. Zwar es die letzten Monate sehr warm, aber damit einher geht auch eine starke Bewölkung.
Donnerstag, 15. Januar 2015
Neustart 2015
Im letzten Jahr hatten wir unseren Blog etwas vernachlässigt, nach 7 Jahren sind wir wohl ein wenig müde geworden. Genug gedöst, hier ein aktuelles update!
Mittlerweile sind wir ja in ein größeres Haus umgezogen. Viele Leute fragten uns, wie das neue Haus denn so aussieht und was wir da so machen. So boten wir ein Hauskonzert mit Karrie Pavish Anderson an, die letztes Jahr ihre zweite CD rausgebracht hat. Das ganze Dorf war eingeladen. Leider kamen nur ein Dutzend Leute, da am gleichen Wochenende die Basketball Saison angefangen hat. Nichtsdestotrotz war es für alle Beteiligten ein großartiger Abend!
Mittlerweile sind wir ja in ein größeres Haus umgezogen. Viele Leute fragten uns, wie das neue Haus denn so aussieht und was wir da so machen. So boten wir ein Hauskonzert mit Karrie Pavish Anderson an, die letztes Jahr ihre zweite CD rausgebracht hat. Das ganze Dorf war eingeladen. Leider kamen nur ein Dutzend Leute, da am gleichen Wochenende die Basketball Saison angefangen hat. Nichtsdestotrotz war es für alle Beteiligten ein großartiger Abend!
Finn nimmt schon seit geraumer Zeit Schlagzeugunterricht. Das geborgte elektronische Drumboard wurde letzte Woche nun endlich gegen ein ordentliches Kinderschlagzeug ausgetauscht. Kurze Übungseinheiten um 8 Uhr morgens - mal gucken wie lange die Euphorie anhält :-)
Hier mit Karrie, seiner Musiklehrerin.
Vielleicht sollte ich meine Jagdstrategie ändern. Schon seit einiger Zeit hängt ein junger Elchbulle bei uns rum...
Seinen Bruder hat er auch gleich mitgebracht...
Der Hals muss wahrscheinlich noch ein wenig wachsen, oft sieht man die Burschen knieend essen.
Ich war schon gerade auf dem Sprung, den mobilen Zaun rauszuholen, aber da kam auch schon Mama Elch vorbei... mit der Dame ist nicht gut Kirschen essen und wenn Mama was sagt...
...dann folgen die Jungs artig!
Seit Ende Oktober haben wir einen weiteren Bewohner, "Bandit" ist ein 9 Monate alter Kater, den wir aus dem Tierheim in Anchorage mitgebracht haben. War gar nicht so einfach, denn Leuten aus dem Busch werden in der Regel keine Tiere anvertraut... na wir haben zwar liebe Chinesen in der Verwandtschaft, aber man muss ja nicht alle kulinarischen Vorlieben teilen...
Wie sich Bandit mit Kiska verträgt? Abschlabbern lässt sich der Kater vom Hund noch nicht, aber wenn Kiska vor Freude mit dem Schwanz wedelt, kannst du dir sicher sein, dass der Kater nicht weit weg ist!
Unsere vier Hennen mit einem Hahn machen sich nach wie vor prächtig. Der relativ milde Winter kommt ihnen sehr entgegen. Die Tiefsttemperaturen kamen soweit nur bis -36° C - und auch das nur ein paar Tage.
Die frostigen Temperaturen halten sie nicht vom Eier legen ab (wobei es im Hühnerstall natürlich wärmer ist), entscheidend ist genügend Licht - und da kann mit einer Energiesparlampe nachgeholfen werden.
Große Sorgen bereitet uns der Holzofen. Wurde er doch Mitte November von einem Fachmann aus Fairbanks angeschlossen, versagte ein paar Wochen später die Zirkulationspumpe. Zuviel Lötzinn war beim verbinden der Kupferrohre verwendet worden und so verstopfte die Pumpe, in der Folge überhitzte der Ofen!
Übrigens handelt es sich hierbei nicht um den Holzofen, den wir vor 3 Jahren mit Spenden finanziert haben, dieser hat die Flut überlebt und soll diesen Sommer installiert werden.
Übrigens handelt es sich hierbei nicht um den Holzofen, den wir vor 3 Jahren mit Spenden finanziert haben, dieser hat die Flut überlebt und soll diesen Sommer installiert werden.
Da der "Fachmann" versäumt hatte, ein Überdruckventil zu installieren, suchte sich der Druck einen anderen Weg. So hat der Boiler nun ein Loch, das nicht mehr zu reparieren ist. Uns trifft bei der ganzen Sache keine Schuld. Unser Vermieter ist gerade dabei, einen Ersatz zu beschaffen! Auf der erhöhten Heizölrechnung werden wir wohl sitzen bleiben! Doch hat Gott doch Bewahrung geschenkt! Der Ofenhersteller sagte, wir könnten froh sein, dass niemand zu Schaden gekommen ist. Ein Ofen ohne Überdruckventil gleicht einer Bombe!
So freuen wir uns also, dass das Haus immer noch steht. Auch die wöchentliche Jugendgruppe hat wieder gestartet. 8 bis 16 Teenager nehmen daran teil. Die letzten Jahre hatten wir eine starke Fluktuation, seit letztem Herbst sehen wir bei vielen aber mehr Kontinuität, was uns sehr freut!
Für Rudy ist es schon das dritte Jahr auf der Internatsschule. Silke hatte vor zwei Jahren auch schon mal die Gelegenheit, ihr Dorf mit dem Flieger zu besuchen. Hooper Bay liegt östlich von Galena an der Küste.
Der Hahn im Korb! Justin war dieses Mal der einzige Junge unter den jungen Ladies.
Zusammen mit Ross und seiner Familie leiten wir die Jugendgruppe.
Soweit für heute Abend. Danke für dein Interesse. Gott segne dich!
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