Mittwoch, 25. April 2012

Unsortiert

 Kiska beim Bäume fällen am Strand des Yukon

 Anfang April, Schnee liegt noch genügend aber bei 15° C ist der auch in ein paar Wochen weg

 Anfang April waren wir für zwei Wochen in Anchorage, einzige Gelegenheit frische Sachen zu bekommen, Tomaten gibt es nicht oft.

 Hunger auf Frühlingsrollen? Die musst du wohl selber machen. Sehr gelungen!

 Unser Garten Mitte April, die Samen sind schon vorgezogen

 Martin erzählt die Geschichte von Rahab auf der Geburtstagsfeier von Finn

 Das Holz ist schon gesägt, jetzt muss es nur noch gehackt und gestapelt werden; aus dem großen Balken säge ich ein paar Bretter zu

 Finn s Bastelarbeit zum Iditarod Hundeschlittenrennen

 Auf dem Schneemobiltrip nach Unalakleet, kurzer Stop in Kaltag

 Zum Fliegen sind die Ohren doch zu klein

 Finn und die Geburtstagstorte, kreiert von der besten Mama der Welt!

 In Unalakleet auf dem gefrorenen Ozean

 Ross und ich; im Hintergrund die Insel Besboro

 Morgen geht unser zehnwöchiger Erziehungskurs zu Ende. Das fünfköpfige Team ist zufrieden. Auch wir selbst konnten noch Dinge dazu lernen. Im Herbst möchten wir einen weiteren Kurs durchführen.

Mit über 100 km/h auf dem Schneemobil, da muss man sich schon warm anziehen.

 Silke mit Bodyguards, Kamper zur rechten war auf ein paar Tage zu Besuch

 Anfang April lud mich ein Freund zum Ski fahren ein. Eine dreiviertel Stunde von Anchorage ist das Ski Resort "Aleyaska". Der letzte Skitrip ist über 10 Jahre her.


 Auf dem Rückweg von Unalakleet toben wir uns auf kleineren Bergen aus, hier blieb die Maschine auf halber Strecke stecken, es war doch zu steil.

 Der Trail nach Unalakleet...

 250 km einfach

 kurze Pause

 Unalakleet an der Küste
 

Bäume fällen am Strand mit einem Studenten

Finn war an seinem Geburtstag Ende März krank; drei Wochen wurd dann nachgefeiert.


 Finn und ein Freund beim Holz machen.

 Abschleppseil vergessen? Na dann wird der LKW eben nach Hause geschoben.

Dienstag, 13. März 2012

Iditarod

Every second year the last great race, the Iditarod Dog Sled Race comes through Galena on the original Northern Route. The community hall is the check station in Galena, were we helped out besides other volunteers.

Alle zwei Jahre kommt das Iditarod, das letzte grosse Hundeschlittten-Rennen, durch Galena. Galena liegt auf der Originalroute des Serumrennens gegen Diphterie in Nome, im Jahre 1925.
Die Dorfhalle ist der Konrollpunkt in Galena. Dort halfen wir, neben anderen, als freiwillige Helfer. 


Behind the dogs, you can see Silke. Teams are coming in 24 hours a day. The temperatures this year are really nice. During the night it is between 20 - 40° F below, but during the day it is warm, the weather in general was really nice the last two weeks.

Hinter den Hunden kann man Silke sehen. Teams kamen rund um die Uhr. Die Temperaturen in diesem Jahr waren sehr angenehm. In der Nacht hatten wir zwischen  -29° bis -40°C. Doch tagsueber war es warm. In den letzten zwei Wochen war das Wetter generell sehr warm. 


Aliy Zirkle comes in first in Galena, she probably will arrive the next hour in Nome as the second!
The winner this year is Dalls Seavy, the youngest in history with 25 years.

Aliy Zirkle erreichte Galena als erste; sie wird wohl innerhalb der naechsten Stunde als zweite Nome erreichen. Der Gewinner in diesem Jahr ist Dallas Seavy, mit 25 Jahren der juengste Gewinner in der Geschichte des Iditarod.

Finn picked the musher Martin Buser (born in Switzerland) and he followed him online. He also talked with him a little bit, in German so not many could understand what they talked about.

Finn suchte sich einen Hundeschlittenfuehrer, Martin Buser (der in der Schweiz geboren wurde) aus und hat im Internet verfolgt auf welcher Position er war. Er konnte sogar mit ihm sprechen, auch in deutsch, da konnte keiner verstehen worueber sie sprachen :-)



 
 The dogs are pretty amazing they pull the sled almost 1000 miles.

Die Hunde sind unglaublich. Sie ziehen den Schlitten fast 1610 Kilometer.


 A camera crew is interviewing Lance Mackey, a dog musher who already won the race in the past.

Ein Kamerateam interviewt Lance Mackey, einen Hundeschlittenfuehrer, der das Rennen schon viermal gewonnen hat.



 One job as a volunteer is to put away the straw where the dogs are laying down for rest and prepare it for the next teams.

Als Helfer mussten wir u.a. das Heu wegmachen, das die Hunde zum Ausruhen brauchen und den Platz dann fuer das naechste Team vorbereiten.



Mittwoch, 7. März 2012

Alltagseinblicke/ Our daily living


Ab Februar wird Holz geschlagen. In der letzten Woche hatte ich gute Verstärkung. Ein Student aus dem Internat half mir, er wurde für eine Woche von der Schule suspendiert. Seinen Eltern hatten wir angeboten, er könnte bei uns wohnen, ansonsten hätte er nämlich auf eigene Kosten nach Hause fliegen müssen. Oft können die Eltern den Rückflug in die Schule aber nicht bezahlen und die Kinder bleiben dann im Dorf. Dazu hatte ich noch Karl, einen sehr kräftigen jungen Mann (rechts). Vielen Dank Karl! Gemeinsam zogen wir einige Festmeter Holz, ein guter Start, in meiner freien Zeit im März werde ich mich weiter dem Holz widmen.
Diese Woche haben wir bereits unsere  dritte Woche "Workshop Erziehung". Sieben Familien nehmen an dem siebenwöchigen Kurs teil. Im Anschluss daran bieten wir drei zusätzliche Einheiten an, in denen wir uns auch über die geistlichen Aspekte der Erziehung unterhalten.
Gestern Abend hatten wir "Young Life", ein evanglistisches Jugendprogramm, das alle zwei Wochen stattfindet. Der ehrenamtliche Leiter hat sich aus diesem Punkt der Arbeit etwas zurückgezogen, um andere Schwerpunkte zu setzen. Das gibt dem Rest des Teams Gelgenheit, mehr Verantwortung zu übernehmen. Gestern war ich wieder mit der Predigt dran. Sonntag Abend findet dann eine Kleingruppe bei uns zu Hause statt, um die ganze Sache noch zu vertiefen.

 


















Finn schlägt sich gut in der Schule, auch wenn die Tage sehr lange für ihn sind. Er kann schon prima lesen. Kiska ist ein guter Gefährte und schafft einen guten Ausgleich.
Finn is doing good at school, though the days are pretty long for him. He does a good job with reading. Kiska is a great companion and a good balance. 



























Nochmal unser schöner Hund..
Again our pretty dog...























Mama als Bastelkönigin war mal wieder sehr kreativ; aus Blechdosen lässt sich noch eine glänzende Rüstung kreieren, Ross und Reiter sind glücklich!
Mom the craft lady was very creative again. Cans can still be used for a nice and shining armor. Horse and knight are happy!




Im Sommer hatten wir ein großes Glass Gelatine-Bohnen gekauft, das tauchte nun diese Woche wieder auf, 49 verschiedene natürliche Geschmacksrichtungen... die wollten wir alle mal rausfinden und ausprobieren. Nach 90 Minuten mussten wir aufgeben - es waren einfach zuviele :-)
In the summer we had bought a big container of Jelly beans, which we just found again this week. There are 49 different natural flavors... we were trying to find and taste all of them, but after 90 minutes we gave up- there were just too many :-)



























An den Wochenenden im Winter ist Basketball ganz groß in den Dörfern. Vor jedem Spielabend wird die Nationalhymne gespielt. Zweimal spielten wir auch als Familie (Silke, Geige; Martin, Flöte; Finn, Trommel). Eine große Ehre, die uns hier entgegen gebracht wurde. Wir fühlen uns schon ganz gut angenommen im Dorf.
On weekends during the winter months, basketball is important in the villages. Before the first game starts they always play the national anthem. Twice we as family played (Silke, violin; Martin, flute; Finn, drum). It was a great honor for us.





















Hier mit "unserer" Oma, die uns adoptiert hat und die uns auch schon mal nachts um halb zwei bei -56° C anruft; der Ölofen läuft nicht mehr (das Öl fängt an auszugelieren). Ich fahre rüber und heize den Holzofen ein, später kommt Silke nach und verbringt die Nacht dort und legt alle zwei Stunden Holz nach.
Here with "our" grandma, who adopted us and also might call at 1:30am when it is -64F outside, because the fuel stove quit working (diesel gells at these temperatures). I drive over and heat the stove, later comes Silke to spend the night there and feeds the stove every two hours.




















"Iron Dog", das längste Off-Road-Schneemobilrennen der Welt (3172km) fährt jedes Jahr durch Galena. Vom Wohnzimmerfenster haben wir direkten Blick auf die Strecke (Bild von Keith Ramos).























Silke war im Januar auf einer Frauenfreizeit in Soldatna, ihre zwei Männer waren sehr froh, als sie wieder nach Hause kam. Ein paar Wochen später war es dann Zeit für mich, auf eine Männerfreizeit zu gehen. Bei - 50° C wollte ich meine Familie aber nicht alleine lassen, aber Silke nötigte mich fast, zu gehen. Beide hatten wir eine sehr gut Zeit und es half uns sehr, uns mit anderen zu unterhalten, die unter gleichen Umständen arbeiten. Der räumliche Abstand half auch, etwas Abstand zur Arbeit zu gewinnen und Dinge quasi mehr als Außenstehender wahrzunehmen. Natürlich genossen wir auch die Annehmlichkeiten der Zivilisation und die unendliche Auswahl von Essen.



Der März ist die beste Zeit für die Nordlichter.
March is the best time for Northern lights.































"Tom und Jerry", immer wieder schön anzuschauen.
"Tom and Jerry" are always great to watch again.



































Mittwoch, 15. Februar 2012

Trapping - Fallenstellen

Since we are residents after a year, we could start trapping this year. A few week ago I put some traps out with Finn.
Beginning of this week, Finn and I went out to check the traps. It is not to far away, just across the Yukon. In the very last one we got a lynx. We were really excited! The beautiful cat was still alive and we had to do what we have to do to get the superwarm fur and the meat...
Following a thought from Chris Kopp, our pastor at 
Galena Bible Church regarding trapping:

"... think about what scripture says concerning temptation, and the devil's snares. Basically there are two types of trap sets: one that uses bait, and one that uses comfort or ease. The one type that uses bait puts the food (usually stinky rabbit guts, or leftovers from the cleaning of some critter) on the other side of the trap such that the only way to get the food is to step on the trap. This results in either an instant kill or a traditional leg hold which keeps the animal there until the trapper can come 'finish' the hunt. In either case the trapper uses the desire of the animal to lure it into the trap. The other type puts a snare in the middle of the path that the TRAPPER walks. You heard right. There are snares set in the path that is plowed by the trapper. Now why would we do that? Well the snow is 3' deep off of the path, but on the trail it was only a couple of inches. The trail is only wide enough for one person (or animal) to walk. So the animals, when they come upon the trappers trail, realize just how much easier it is to walk in his footsteps. The only problem is that there are snares set at head level (if you are a foot tall) along the trail. The trapper can step over them, but the animal goes right into it. In this case it is the easy way that becomes the downfall. I can't think of any sin or temptation of man that doesn't fall into these two lures. Don't get caught in the trappings of this world."

Trust in the Lord with all your heart and lean not on your own understandings. In all your ways acknowledge Him, and He will direct your path. Proverbs 3:5-6

Nachdem wir nach einem Jahr offiziell ortsansässig sind, haben wir die Erlaubnis zur Fallenstellerei. Vor ein paar Wochen haben Finn und ich also ein halbes Dutzend Fallen ausgelegt. Wir müssen mit dem Schneemobil nur über den Yukon fahren. In der letzten Falle hatten wir unseren ersten Luchs gefangen. Wir waren total begeistert. Das wunderschöne Tier war noch putzmunter. Um an das superwarme Fell und das Fleisch zu kommen, haben wir dann das getan, was getan werden musste... 

"... denke ich daran, was die Bibel in Bezug auf Versuchungen und die Fallen des Teufels zu sagen hat. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Fallen: Einmal benutzt man Köder, die andere nutzt Komfort aus. Bei der Ködervariante werden z.B. stinkende Haseninnereien o.a. ausgelegt. Auf dem Weg dorthin geht das Tier in die Falle. Ja nach Falle wird das Tier sofort getötet oder das Tier wird mit einer Schlinge festgehalten, bis der Fallensteller die Jagd beendet. Der Fallensteller benutzt also das Verlangen des Tieres nach Futter, dass Tier in die Falle zu locken.  Im anderen Fall präpariert der Jäger die Falle in die Mitte seines Trampelpfades. Ganz richtig gelesen, die Fallen werden auf dem Weg ausgelegt, den der Fallensteller läuft. Wieso das? Nun, es ist Winter und abseits des Pfades ist der Schnee ca. 40 cm tief, auf dem Trampelpfad aber nur ein paar Zentimeter. Der Pfad ist gerade breit genug für eine Person (oder ein Tier) zum laufen. Wenn ein Tier also den Pfad des Fallenstellers kreuzt, benutzt es diesen sehr gerne, da es wesentlich einfach zu laufen ist. Einziges Problem ist, dass hier auf Kopfhöhe der Tiere Fallen ausgelegt sind. Der Jäger läuft einfach oben drüber, das Tier läuft aber direkt rein. In diesem Fall wird der leichte Weg also zur Falle. Ich kann an keine Sünde oder Versuchung denken, die nicht diese zwei Arten von Verlockung verwendet.
Lass´ dich nicht fangen von den Verlockungen dieser Welt!

Verlass dich nicht auf deine eigene Urteilskraft, sondern vertraue voll und ganz dem Herrn!  Denke bei jedem Schritt an ihn; er zeigt dir den richtigen Weg und krönt dein Handeln mit Erfolg.
Sprüche 3,5-6

Dienstag, 24. Januar 2012

You know, you live in Bush Alaska when...


You know, you live in Bush Alaska when... 


1. Your hunting license is more important than your driver license.
2. You have to torch your frozen propane bottle outside first to use the propane oven inside.
3. You are more happy about a fresh orange than a chocolate bar.
4. Long Johns are pretty helpful not just outside but inside as well.
5. Google directions start like: "We could not calculate directions... " because your village is off the 
    road system.
6. The dashboard in your car is lighting up at least one warning sign, because you can´t bring it to
    the car dealer, so you have to fix it yourself whatever it is.
7. You fly to Fairbanks for a dentist appoitment and the flight is more expensive than the treatment 
     itself.
8. You go back to an analog thermometer, because the digital one can´t measure the 60 below.
9. You do not find it weird if somebody says: "It warmed up to 31 below this morning.”
10. You go shopping at the dump and you find some pretty good deals and function is more
      important than the look.
11. Free shipping is the most important thing if you order something by mail.


But as our pastor here put in words:

You love Jesus and the people that live here so much that you choose to deal with the above mentioned things so that God can be glorified, and people can meet Jesus.


Du weißt, dass du in Bush Alaska lebst wenn...
1. Dein Jagdschein wichtiger ist als der Führerschein.
2. Du deine gefrorene Gasflasche erst einmal mit einem Dieselheizer erwärmen musst, bevor der 
    Ofen wieder funktioniert.
3. Du glücklicher bist über eine frische Orange als über eine Schokolade.
4. Lange Unterhosen nicht nur draußen, sondern auch drinnen sehr angenehm sind.
5. Google Maps antwortet: "Wir konnten keine Route berechnen..." weil das Dorf nur per Flugzeug  
    zu erreichen ist.
6. Die Instrumententafel im Auto mindestens ein Warnlicht anzeigt, dass etwas defekt ist aber es gibt 
    keine Autoreparatur im Dorf und was auch immer es ist, du musst es selber reparieren.
7. Wenn du nach Fairbanks zum Zahnarzt gehst, ist der Flug dorthin teurer als die Zahnbehandlung.
8. Du benutzt wieder ein analoges Thermometer, weil die Digitalversion die Temperaturen bis - 50° 
    Celsius nicht mehr anzeigt.
9. Du es nicht mehr komisch findest, wenn jemand sagt, "Es hat heute auf - 26° C aufgewärmt.
10. Du gehst auf die Müllhalde zum Einkaufen und findest viele tolle Sachen und Funktion ist 
    wichtiger als Aussehen.
11. "Versandfrei" das wichtigste beim Einkauf ist.

Wie unser Pastor hier es sagen würde:
Du liebst Jesus und die Menschen die hier leben so sehr, dass du die oben genannten Dinge in Kauf nimmst, damit Gott verherrlicht wird und die Menschen Jesus kennen lernen können.














Freitag, 6. Januar 2012

Fließend Wasser :-)

Seit Sonntag hatten wir ja kein Wasser mehr. Der Kompensator, den ich am Dienstag bestellt hatte, kam tatsächlich heute am Freitag (samstags hat die Post zu). Der Einbau dauert ca. 5 Minuten. Aber als Silke und Finn mit dem Teil von der Post kamen, hatte ich anderes zu tun. Mittlerweile war nämlich die Heizleitung für die Quellwasserleitung eingefroren und damit die Wasserleitung auch... Diesmal war auch die Leitung geplatzt, heute wird also unterm Haus gelötet bei -40° C. Ab 14 Uhr verbrachte ich also unter dem Haus mit dem Dieselheizer und dem Bunsenbrenner um die Leitungen wieder aufzutauen. Die letzten drei Stunden kam Ross aus der Nachbarschaft noch dazu. Um 23 Uhr lief das Wasser wieder! Preist den Herrn! Vielen Dank für eure Gebete!

Montag, 2. Januar 2012

Ein gesegnetes neues Jahr - ein verheißungsvoller Start!

Die Weihnachtstage über habe ich etwas über die Stränge geschlagen. Zuviel war in die Tage reingepackt, viele Leute waren zu Besuch oder wir waren bei anderen. Nun erwarten uns ein paar ruhige Tage. Für den letzten Tag im Jahr ist nichts angesetzt... Die Temperaturen bewegen sich um die -50°C im Wohnzimmer ist es mit 15°C verhältnismäßig warm - und doch zu kalt. "Zieht lieber schon mal die Schneehosen an!" Erfahrungsgemäß dauert es ein wenig, bis man dem Fehler auf die Schliche kommt. Im Untergeschoss mit dem Gästezimmer und dem Büro hat es drei Grad, das heißt, die Heizleitungen entlang am Boden sind eingefroren! Normalerweise fließt Frostschutzmittel durch die Leitung, doch eine Probe zeigt mir, dass es nur noch Wasser ist. Warum das Heizsystem den größten Teil des Frostschutzes in den Überlauf gekippt hat, ist mir noch nicht klar, es hat aber was mit dem erhöhten Druck zu tun.  Ein Dieselheizer wird in den ersten Raum gestellt, um die Temperatur etwas anzuheben. Mit einem Gasbrenner fange ich vorsichtig an, die Leitungen aufzutauen. Eine heikle Angelegenheit, die Lötverbindungen sollen natürlich nicht aufschmelzen. Ross, ein Freund aus der Nachbarschaft kommt, um zu helfen. Nach ein paar Stunden läuft wieder warmes Wasser im Untergeschoss. Im Wohnzimmer haben wir uns schon auf 16°C gesteigert. Ach ja, habe ich schon erwähnt, dass das Gas für den Gasherd eingefroren ist? Damit hatten wir die Wohnung morgens zügig warm bekommen, das geht nun nicht mehr. Mittlerweile ist es kurz vor acht. Silke und Finn sind schon zu Ross´s Frau Wendy gegangen zum Abendessen. Wenig später kommen wir nach. Nach einem leckeren Auflauf spielen wir noch ein Spiel und unterhalten uns. Finn spielt zusammen mit den drei Kindern von Ross und Wendy, um 22 Uhr dürfen die Kinder noch eine Rakete in die Luft steigen lassen und dann geht es für uns nach Hause. Ross und Wendy mit den Kindern sind im Sommer aus Montana in unsere Nachbarschaft gezogen und wir helfen uns sehr viel gegenseitig aus, ein wahrer Segen!
Die erste Überraschung am Neujahrsmorgen - kein fließend Wasser mehr, draußen hat es wieder -50°, die Wohnung hat wieder nur 15° C. Ist die Wasserleitung zur Quelle wieder eingefroren wie schon Anfang November? Okay, zumindest weiß ich nun gleich was zu tun ist, die nächsten zwei Tage sind verplant. Aber die Wasserleitung zur Quelle ist warm. Später fällt mir ein Kompensator in der Pumpensteuerung auf, der sieht nicht gut aus. Ich werde Montag Morgen einen neue bestellen. Doch Montag haben noch alle Elektrikgeschäfte in Fairbanks zu. Von dort aus gelangen Ersatzteile immer am Schnellsten nach Galena. 1-5 Tage dauert das erfahrungsgemäß. Beim letzten Frostschaden hatten wir Wasser aus dem Yukon vor dem Haus geholt, aber das Eis ist jetzt mindestens ca. einen Meter dick... Alternative ist, mit dem Auto in den anderen Teil der Stadt zu fahren und dort das Wasser in 20-Liter-Kanistern zu holen, wie wir es mit unserem Trinkwasser ohnehin schon tun. Bei den Temperaturen ist das aber eine Tortur für den Wagen. Bei Ross und Wendy habe ich heute Abend kurz geduscht und auch 60 Liter Wasser habe ich mitgenommen. Nachdem es heute auf -40°C aufgewärmt hat, habe ich mich entschlossen, das 200 Liter Fass Frostschutz auf dem Dach des Frachtcontainers runter zu schaffen. Der Container steht hinter dem Haus. Während der Elchjagd Ende September hatte ich am abendlichen Lagerfeuer Zeit, mir einige Knoten einzuprägen. So auch den "Trucker-Hitch"eine Art Flaschenzugknoten. Damit ließ ich das Fass dann sanft hinab gleiten. Beim Anlegen der Gurte an das Fass habe ich mir allerdings wieder einmal die Fingerspitzen an dem eiskalten Metall verbrannt! Also auf in die Garage. Dort steht der Ofen, mit dem das Haus geheizt wird. Circa acht Mal am Tag muss ich die Brennkammer auffüllen. Ich habe mir ein Thermometer geborgt, mit dem ich die Temperatur im Schornstein messen kann. Mal sehen ... upps 480° C! Eine Lüftungsklappe habe ich schon repariert, aber die Temperatur ist immer noch wesentlich zu hoch. Ein Großteil der Hitze geht immer noch den Schornstein raus, das ist schon wirklich deprimierend. Man könnte auch sagen, Haus des Schreckens! Für die Urlaubstage war eigentlich mehr Familienzeit eingeplant, Schneeschuhlaufen und Fallen stellen.

Ach ja, was mache ich sonst so auf der Arbeit neben dem täglichen Überleben? Die nächsten drei Tage haben wir drei Klausurabende vom Gemeinderat, wir beten um klare Führung und besprechen, welche Schwerpunkte wir mit der wachsendenen Gemeinde setzen wollen. Mitte Januar ist geplant, nach Huslia, einer Nachbarortschaft, 40 Flugminuten nördlich von Galena zu fliegen (oder 5 Stunden mit dem Schneemobil). Dort könnten wir zwei Wochen ein richtiges Buschdorf erleben. Das würde uns helfen, uns mehr auf das einzustellen, was uns bei einem zukünftigen Umzug erwarten würde. In der Zwischenzeit müsste aber jemand auf unser "Haus des Schreckens" aufpassen und das kann ich augenblicklich niemandem zumuten.
Mitte Februar bieten wir einen zehnwöchigen Erziehungskurs für das Dorf an. Mit einem Team sind wir gerade in der heißen Planungsphase, die Flyer müssen noch fertig gestellt werden, ich muss mich mit verschiedenen Leuten aus dem Dorf absprechen, die einzelnen Abende müssen noch vorbereitet werden und wir brauchen noch mehr Helfer für die Essenszubereitung und das Kinderprogramm.
Wir hoffen, dass wir bald wieder Wasser haben und die Heizung ordentlich funktioniert. Wir sind gespannt, was die nächsten Wochen noch so auf uns zukommt. Ein spannendes neues Jahr!

 Ende Dezember hatten wir eine Beerdigung im Dorf. Mit dem Schneemobil fahren wir zum außerhalb des Dorfes gelegenen Friedhof. Es ist eine katholische Beerdigung. Unter anderem höre ich das Evangelium aber ich habe den Eindruck dass es nur noch leere Worte sind, Tradition ohne Inhalt.

 Die Kinder der Grundschule übten ein Weihnachtsspiel. Es war toll - inhaltlich wurde die Geburtstagsfeier von Jesus aber noch nicht mal am Rande erwähnt.

 Das Paket von Opa und Oma ist da, pünktlich zum 24! Auch einige andere Pakete und Päckchen haben uns dieses Jahr noch vor Weihnachten erreicht. Vielen Dank!

 Ritter mit Ross!

Ordentlich gewalzt...

 .... und herausgekommen ist ein leckeres Lebkuchenhaus! Damit ist die Schullektion "Architektur" für dieses Halbjahr abgedeckt.

Finns erster Hundeschlitten aus Lego.

Und hier Papas Traum schon mal im Modell: Ein Schneemobil mit extrabreiter Fahrspur. Wenn wir mal aufhören sollten, alles in die Heizung zu stecken, könnten wir dafür sparen.

Kiska in Nikolausverkleidung

 Doch noch Zeit zum raus gehen gefunden. Kiska hat seine ersten Schneehühner aportiert - guter Junge! Im teilweise hüfttiefen Schnee wusste ich seine Dienste sehr zu schätzen!